4 Wege für einen nährenden Jahresausklang

Geht es auf den 21. Dezember zu, werde ich langsam kribbelig.

Es stimmt, Weihnachten steht an, der Besuch bei der Familie, das gemeinsame Feiern, der Silvesterabend mit Freundinnen und Freunden.

Doch da gibt es etwas, das mich noch viel tiefer berührt. Ein persönlicher Jahresausklang, der nur mir gehört. Der mein Dank und meine Verabschiedung des alten Jahres sowie meine Ausrichtung auf das kommende Jahr ist.

Der mir hilft, innerlich wie äußerlich gut aufgeräumt das hinter mir liegende Jahr zu verabschieden und das neue willkommen zu heißen.

Wie dieser Jahresausklang bei mir aussieht,
teile ich heute mit dir:

# Aufräumen_Ausmisten

Der 21. Dezember – der Tag, an dem die Nacht am längsten und der Tag am kürzesten ist – ist der Tag, um den herum ich beginne, mein Jahr bewusst ausklingen zu lassen. Ich feiere das Jahreskreisfest Wintersonnwende gemeinsam mit Freundinnen und Freunden – und wende mich den Räumen in mir wie um mich zu.

Jedes Jahr zum Jahresausklang räume ich alles, was ich habe, einmal durch. Jedes Zimmer in der Wohnung. Auch den Keller. Ich gehe von Zimmer zu Zimmer, nehme alles einmal aus seiner Schublade, dem Fach im Schrank, vom Boden. Frage mich: Macht mich dieser Gegenstand noch glücklich? Ist er hilfreich für mich? Habe ich ihn dieses Jahr genutzt?

Dann entscheide ich – aus dem Moment heraus. Sortiere auf neue, ordentliche Weise wieder ein, was ich weiterhin mitnehmen möchte. Gebe in die Verschenkekiste, zu Freunden oder in den Müll, was auf anderen Wegen besser aufgehoben ist.

Das hilft mir, das alte Jahr geordnet ausklingen zu lassen – und zu wissen, was ich mit ins kommende Jahr nehme. Gepäckerleichterung und klares, freudiges Ausrichten im Außen.

# Nachklang_Rückblick

Neben dem Blick nach außen, auf die Räume, die mich umgeben, wende ich mich in diesen letzten Tagen des Jahres auch meinen inneren Räumen zu. Ich schaue zurück auf das hinter mir liegende Jahr: Was hat mich in diesem Jahr bewegt? Was hat sich erfüllt? Was ist offengeblieben? Welche Wege bin ich gegangen? Was habe ich auf ihnen entdeckt? Wofür bin ich dankbar? Was nehme ich mit?

Ich sammle und sortiere in einer Mindmap, schreibe „2017“ in die Mitte und lasse in Worten drumherum entstehen, was mir im Rückblick einfällt. Anschließend nehme ich mir Zeit, dem Jahr einen Brief zu schreiben. Dabei leiten mich die obigen Fragen. Ich beginne mit „Liebes Jahr 2017, danke, dass ich in diesem Jahr…“. Spüre ich, dass der Brief zuende ist, höre ich auf. Anschließend entscheide ich: Wohin kommt dieser Brief? In meine persönliche Schatzkiste? In ein Kuvert? Oder zur Wandlung in den Ofen oder in eine Feuerschale?

Auf diese Weise wende ich mich nochmals bewusst dem hinter mir liegenden Jahr zu, erkenne an, was ich bewegt habe, was mich bewegt hat, welche Wege ich gegangen bin, wofür ich dankbar bin, was ich mitnehme.

Dies hilft mir, das alte Jahr zu Frieden kommen zu lassen. Zu erlauben, dass es sich niederlegen und zur Ruhe kommen darf. So wie eine Landschaft, die vom frischen Schnee zugedeckt ist. Sanft und zärtlich. Dankbar.

# Vorausschau_Ausrichtung

Ebenso nehme ich mir in diesen Jahresausklangstagen – meist zwischen Weihnachten und Silvester – Zeit, um nach vorne zu schauen: Was aus dem alten Jahr möchte ich mit ins neue Jahr nehmen? Was will in diesem entstehen? Welche Projekte möchte ich angehen, welche Orte sehen? Gibt es Herzenswünsche? Wohin zieht es mich? In Form einer Visionscollage lasse ich in Bildern, die ich aus Zeitschriften ausschneide, mein neues Jahr entstehen.

Das heißt nicht, das alles so kommen muss oder wird, wie ich es in den Bildern auf Tonkarton aufklebe. Es heißt vor allem, dass ich mir klar werde darüber: Wo stehe ich gerade? Wo zieht es mich hin? Worauf mag ich mich ausrichten?

Am Jahresende – wenn die Visionscollage mich ein Jahr lang, meist an meiner Schlafzimmerwand – begleitet hat, staune ich oft. Wie sich die Dinge gefügt haben. Wie manche Bilder 1:1 Wirklichkeit geworden sind. Wie manche Bilder Themen in das Jahr gerufen haben, die ich mir anschauen konnte. Und ich erkenne ebenso, was noch offen ist und was ich vielleicht mit ins neue Jahr nehmen will.

Die Visionscollage ist mir zugleich eine treue Weggefährtin, die mich das Jahr hindurch an das erinnert, was mir wichtig und wertvoll ist für dieses Jahr, was ich nah am Herzen und im Blick behalten will. Ermutigend und ausrichtend.

# Lauschen_Gehen

Ist Silvester dann vorbei und das neue Jahr angebrochen, nutze ich die erste Woche des Jahres, um zu lauschen: Welche Projekte und Dinge wollen – vielleicht aus der Visionscollage heraus – konkret in diesem neuen Jahr entstehen? Wofür will und kann ich schon jetzt die ersten Samen säen? Vielleicht gar erste Schritte setzen?

Es ist eine Woche, in der ich lausche, kreativ bin, Ideen schmiede, beginne, Neues in die Welt zu entwickeln. Dabei genieße ich es sehr, dies jenseits von Terminen, E-Mails oder Telefonaten zu tun. Nur im Kontakt mit mir. Hierdurch höre ich besonders klar und deutlich, in welche Richtung ich weitergehen mag, welche Herzensprojekte anklopfen und kann mit viel Freude und Kraft aus der Stille heraus die ersten Dinge umsetzen. Kraftvoll, klar, behutsam.

*

Und zwischendurch einfach immer wieder nur: sitzen, schauen, lauschen, spüren. Schlafen, Plätzchen essen, gute Gespräche führen, spazierengehen.

Lauschen: Wann ist der Punkt zum Aufräumen gekommen? Wann ruft die Visionscollage? Gehe ich so mit dem, was mich nährt, wird es zu einem stärkenden Fluss, in dem – wie von alleine – zur rechten Zeit das nächste Tun sichtbar wird.

Von Herzen wünsche ich dir einen Jahresausklang, der ganz dir entspricht. Der dein Inneres nährt. Und dich spüren lässt, was dir von Herzen wichtig ist.

Alles Liebe,
Sabrina.

Der Beitrag hat dir gefallen? Das könnte dich auch interessieren:

12 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Sabrina,
    was Du anregst praktiziere ich schon seit Jahren. Jedoch auch im Sommer sortiere ich auch aus. Schreibe mir auf, was ich noch bis Winter zu erledigen habe. Somit kontrolliere ich mich selbst und verzettle mich nicht. Vieles was ich begonnen habe auch Gedanken, kann ich verwerfen weil sie mir nicht wichtig erscheinenund Neues beginnen kann. Kntrolle gibts dann wieder im Winter.
    Frohes Fest

    • Liebe Susanne,

      hab Dank für deine Ergänzungen von deinem Weg! Auch ein schönes Innehalten sozusagen auf jeder Schwelle – vom Winter ins neue Jahr, vom Sommer in die dunklere Zeit!

      Herzlich zu dir,
      Sabrina

  2. Liebe Sabrina,
    vielen Dank für die wundervollen Inspiration! Deine Zeilen machen mir Mut, mir auch diese Zeit ganz bewusst zu nehmen. Phantastisch, wenn man von außen hört, dass man DARF, was man sowieso machen wollte. Das ist wie der letzte Fingerzeig: Tu’s! Vielen vielen Dank.
    Liebe Grüße,
    Franziska

    • Liebe Franziska,

      wie schön, wenn wir uns gegenseitig erinnern, uns etwas zu erlauben, was uns von Herzen gut tut! Wenn wir Ja zueinander sagen und uns auf unserem jeweiligen Weg ermutigen und bestärken!

      Herzlich zu dir an den See,
      Sabrina

  3. Liebe Sabrina,
    ich schreibe mir jedes Jahr zum Jahresausklang einen Brief, in dem ich meinen Dank und gleichzeitig auch mein Wünsche formuliere. Den schicke ich im folgenden Jahr zwischen Weihnachten und Neujahr an mich ab. Wenn der Brief ankommt, bin ich schon in „festlicher“ Stimmung, denn das ist jetzt meine Zeit, in der ich mich erinnere, danke und mich auf das neue Jahr ausrichte.
    Die Idee mit dem äußerlichen Aufräumen werde ich für mich aufnehmen, das hört sich logisch an.
    Vielen Dank für die vielen Gedanken und Anregungen von deiner Seite, wir hatten uns in Karlsruhe diesen Herbst kennen gelernt. Das gibt mir nun noch mehr „Gesicht“ für das gemeinsame Unterwegs sein mit deinen Gedanken.
    Sei herzlich gegrüßt – Ute

    • Liebe Ute,

      wie schön von dir zu lesen! Ja, gerne denke ich an unseren gemeinsamen Impulsabend „Vom Mut den eigenen Weg zu gehen“ in diesem Herbst in Karlsruhe zurück! Schön war’s!

      Danke dir ganz herzlich für deinen Impuls mit dem Brief! Und ein gutes Ankommen von Herzen in diesem noch so frischen, neuen Jahr!

      Alles Liebe,
      Sabrina

  4. Liebe Sabrina,…
    Danke für alle deine Gedanken im Jahr 2017! Sie haben mir sehr oft gut getan, mich angesprochen! Ich wünsche dir schöne Feiertage und alle guten Wünsche für das Jahr 2018!
    Ganz aufgeräumt bin ich innerlich nicht, da das Jahr gesundheitlich sehr anstrengend für mich war, und am 3. Januar 2018 werde ich wieder in eine Klinik müssen! Aber ich versuche es mit positiven Gedanken!
    Ganz viele gute Wünsche für dich und allen Lesern hier!
    Möge das Jahr 2018 gut verlaufen!
    Lieben Gruß
    Anne

    • Liebe Anne,

      ein ganz gutes, nährendes Jahr wünsche ich uns allen! Mögen wir alle immer wieder Kreise in unserem Leben haben, in denen wir Platz nehmen, uns nähren und stärken und sein können, ganz so, wie wir gerade sind.

      Von Herzen zu dir mit Dank für deine herzlichen Worte,
      Sabrina

  5. Liebe Sabrina,
    von Herzen DANK für alle deine WUNDERVOLLEN Beiträge/Inspiration im vergangenen Jahr! DU bist auch eine Schatzkiste! Schön, dass DU da bist! Ich wünsche Dir frohe, stille Weihnachten und geniesse den Zauber des Augenblicks! Ein erfülltes, gesundes Neues Jahr 2018 für Dich!
    In Liebe Monika

  6. Liebe Sabrina

    Vielen Dank für Deine Tipps zum Jahresausklang. Ich werde sie in gleicher Weise ausprobieren. Ich danke Dir herzlich, womit Du uns dieses Jahr beschenkt hast.
    Eine frohe Weihnachtszeit und ganz liebe Grüsse
    Regina

Schreibe einen Kommentar