Das Herz als Gradmesser

Eine Freundin hat sich vor ein paar Jahren mit einem Businessplan selbständig gemacht.

Sie hat kalkuliert, wie viel sie im ersten, wie viel im zweiten Monat und so weiter verdienen würde. Damals sagte sie, sie habe schon sehr niedrig kalkuliert – und doch ist alles anders gekommen. Heute ist sie wieder im Angestelltenverhältnis tätig.

Als ich selbst in die Selbständigkeit gestartet bin, habe ich ebenfalls einen Businessplan gemacht. Um zu schauen, ob ich eine finanzielle Förderung bekommen würde. Der Berater damals war angetan von meinem Plan (auch wenn es letztlich keine Förderung gab) und bestärkte mich darin, ihn genauso umzusetzen.

Was ich damals schnell gelernt habe:
Das Leben und die Selbständigkeit
funktionieren nicht nach Plänen.

Ich kann noch so viele Zahlen, die ich mir wünsche, auf ein Blatt Papier schreiben. Das heißt aber nicht, dass sie auch Wirklichkeit werden.

Ein anderes Mal, vor fünf, sechs Jahren, habe ich mal drei Onlineseminare geplant. Schreibseminare, um sich einen eigenen Flyer, einen Newsletter und eine Website zu erstellen. Damals hatte ich kalkuliert, dass ich mit so und so vielen Teilnehmenden an jedem Seminar mich für drei Monate entspannt zurücklehnen und meinen Herzensweg in Ruhe gehen könnte. Denn diese Business-Schreibseminare, das konnte ich zwar gut, aber es war nicht mein absolutes Herzensding.

Damals meldete sich genau eine Person für eines der Seminare an, die anderen blieben ohne Teilnehmende.

Ein paar andere Male (sicher vier, fünf Mal)
habe ich am Monatsbeginn in meinen Kalender geschaut
und bin meine Termine durchgegangen: „Aha, drei Coachings innerhalb der nächsten zwei Wochen, dazu die beiden
Seminare und zwei Schreibarbeiten. Damit sind Miete und
die anderen Fixkosten in diesem Monat abgedeckt.“

Doch jedes Mal, wenn ich so dachte, wurden die Schreibarbeiten und Coachings abgesagt, die Seminare blieben leer.

Was habe ich daraus gelernt?

Dass ein Businessplan manchmal wichtig sein kann, wenn wir uns beispielsweise um eine finanzielle Förderung bewerben. Dass ein Businessplan oder überhaupt ein „Da kommt das Geld diesen Monat her“-Plan uns jedoch auch von der Fülle in den Mangel führen kann.

Dann, wenn er zum Richtungsweiser für unser Tun und Handeln wird. Wenn wir stur an Zahlen und daran, „wo das Geld herkommen soll“, festhalten und aus dem Blick verlieren, was wir – mit Kreativität, Schaffensfreude und Herzverbundenheit – in die Welt hatten geben wollen.

Für mich ist es wesentlich geworden, zu wissen, wofür ich stehe.
Klarheit zu haben darüber, was ich anderen Menschen
an Wertvollem anbieten kann.

Und meinen Blick genau darauf zu halten. Auf Fragen, wie: Was habe ich zu geben? Was möchte ich einbringen? Was verlangt nach Ausdruck? Welches Seminar, welches Angebot will jetzt in die Welt gehen?

Ich habe gelernt, auf meine Intuition und mein inneres Wissen zu lauschen. Darauf, was sich jetzt stimmig anfühlt, was sich aufdrängt, sich wieder und wieder zeigt. Ich habe gelernt den Zeichen und Fährten zu folgen. Darauf zu vertrauen, dass meine Wahrnehmung richtig ist.

Gehe ich so durchs Leben und durch die Selbständigkeit, bewege ich mich im Fluss. Ich habe eine klare Ausrichtung, ich weiß, wofür ich stehe – und bin zugleich offen für die Wege auf die mich mein Inneres und das Leben führen will.

Ich folge, weil ich spüre „Hier geht es lang“.
Ich bin gegründet in einem tiefen Vertrauen.
Ich weiß, dass ich eingebunden bin in das Leben und
seine Intelligenz, die um so vieles größer ist als ich
mit all meinen Plänen.

Ich bin nicht dafür, blind und planlos ins Leben oder in die Selbständigkeit zu starten. Klarheit ist mir wichtig. Doch ich habe gelernt, dass sich die Wege und Mittel von alleine zeigen, wenn klar ist, wofür ich stehe und womit ich – jetzt, hier – in die Welt gehe.

Immer wieder habe ich dabei auch Projekte losgelassen. Weil sie nicht so getragen haben, wie ich es in meinem ursprünglichen Plan gedacht hatte. Immer wieder haben Projekte auch ganz andere Formen angenommen, als ich geplant hatte.

Und immer wieder waren sie Anstöße dafür, mich noch mehr zu vertiefen und weiter zu vertrauen auf das, was ich als Wahrheit, als Stimmigkeit in mir spüre. Mein Herz als Gradmesser für meinen Weg zu nutzen.

Gerade wenn die Stürme um uns tosen,
wenn wir Ängsten und Zweifeln begegnen,
vielleicht gar Existenzängsten, der Sorge um (fehlendes) Geld,
der Kritik anderer Menschen, trägt uns unser Gegründetsein
in uns. In solchen Momenten helfen keine Zahlen
auf Papier und auch nicht immer das Geld auf dem Konto.

In solchen Momenten hilft, zu wissen, wofür ich stehe. Warum ich tue, was ich tue. Was mich von innen her – vom innersten Punkt – leitet. Wofür ich gehe in diesem Leben.

Dann beginne ich, wirklich tief zu gründen, zu vertrauen. Und mich wie meine Selbständigkeit sich verwurzeln zu lassen auf einer tiefen, verankerten Ebene. Weil ich weiß, wofür ich stehe. Weil ich weiß, wohin mein Herz weist.

Herzlich,
Sabrina.

PS. Klarheit zu finden für deinen Weg und lang ersehnte Schritte umzusetzen, dabei unterstütze ich dich mit einem persönlichen Coaching – vor Ort oder telefonisch. Ein kostenfreies, telefonisches Vorgespräch gibt es immer vorab.

Begleitung unabhängig von Zeit und Ort findest du auch in den Büchern “Auf dem Herzensweg – Lebensgeschichten spiritueller Frauen” und “Hab Mut und geh – das Herzensweg-Praxisbuch”. Reinblättern kannst du hier.

Kraftvollen Rückenwind für alles, was du noch heute in die Welt bringen möchtest für dich!

 

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6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Sabrina,
    auf den Artikel bin ich gerade im richtigen Moment gestoßen, wie wunderbar und wie ermutigend.
    Ja mich nochmal daran erinnern, wofür ich gehe.
    Danke für Dein Zeilen.
    Liebe Grüße
    Petra

  2. Hallo Sabrina,
    hier kommt eine Buchempfehlung für dich:
    Der Neurochirurg, der sein Herz vergessen hatte Eine wahre Geschichte von James R. Doty
    Dieses Buch hat mich sehr beeindruckt und mein Herz berührt!

    In diesen Sinne herzliche Grüsse Barbara

  3. Liebe Sabrina! Überraschend habe ich jetzt entdeckt, daß ich stets meinem Herzensweg gefolgt bin – und der nicht nur leicht, sondern auch sehr steinig war. Aber jetzt fühle ich, daß eine neue Zeit anbricht und Kampf in Liebe sich wandelt. Ich bin 1944 geboren. Ich freue mich, daß ich “Kriegskind” auch die Zeit des “Friedenskindes” erleben darf.

    • Liebe Margitta,

      danke dir ganz herzlich für deinen Impuls und diese Rückmeldung – das Friedenskind und die Entdeckung deines Herzensweges (der überraschend schon so lange währt) haben mich berührt.

      Herzlich zu dir,
      Sabrina

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