Das Schiff in der Spur halten

Ich sah die Welle kommen. Sah sie heranrollen, sich auftürmen, am Schiff zerbrechen.

Vier Meter war sie hoch. So viel, wie jede weitere Welle nach ihr. Ich wusste inzwischen, dass das Schiff erbeben würde in dem Moment, in dem sich die nächste Welle brach, auch, wenn es wie ein Fels in der Brandung wirkte, mit seiner unglaublichen Höhe und den 2.000 Menschen, die auf ihm Platz fanden.

Während draußen der Sturm tobte und wir durch die Wellen fuhren, wurden drinnen im Speisesaal Teller und Gläser festgebunden. Menschen bewegten sich nur noch schrittweise an den Haltestangen entlang und als ich später nochmal kurz an Deck war, sah ich abwechselnd das komplette Meer oder den gesamten Horizont vor mir, als das Schiff auf und ab schunkelte.

Dieser Sturm, auf meinem Weg auf die Färöer Inseln vor zwei Jahren, hat mich zweierlei Dinge gelehrt: Wie heftig selbst ein großes Schiff erschüttert werden kann. Wie hilfreich es ist, einen Fixpunkt am Horizont im Blick zu behalten.

Schaue ich heute raus in die Welt, fühle ich mich manchmal wie in diesem Sturm auf dem Weg zu den Färöer Inseln. Da kommt von links eine riesenhohe Welle, dann eine von rechts. Es schaukelt und versucht mich umzuwerfen. Halte ich meinen Blick auf den Wellen, wird es mich ziemlich durchrütteln. Es braucht meinen Blick, der einen Punkt am Horizont fixiert, um klar auf Kurs zu bleiben. Wie ein Kapitän, der Richtung und Ziel kennt, um sicher im Hafen anzukommen.

Das heißt für mich und mein Leben: Eine Vision, der ich folgen kann. Eine Richtung davon, wie mein Leben aussehen soll. Was ich in ihm leben möchte. In welcher Welt ich leben möchte. Wozu ich beitragen mag. Was ich in die Welt bringen möchte. Trage ich solch eine klare Leitschnur in meinem Herzen, ist es mir möglich, zwar von den Wellen durchgeschüttelt zu werden, zugleich jedoch auf Kurs zu bleiben oder wieder zu diesem zurückzufinden.

Ich werde mir selbst zu meiner eigenen Leitschnur,
mein Halt in stürmischen Zeiten.
Indem ich mich ausrichte an etwas größerem
(einem Ziel, einer Vision, einer inneren Haltung),
finde ich meine Richtung und bleibe auf Kurs.

Auf dem Schiff damals habe ich die meiste Zeit des Tages damit verbracht, einen Fixpunkt am Horizont anzuschauen. Somit konnte ich bei mir bleiben und wohlbehalten auf den Inseln, hoch im Norden nahe Island, ankommen.

Ich wünsche dir von Herzen eine klare, innere Spur in diesen stürmischen Zeiten, der du folgen kannst, mit einem Herzensgruß,
Sabrina.

Auf dem Foto oben siehst du meinen Blick vom Schiff (vor dem Sturm) und den Rettungsring an Board (wurde nicht gebraucht :))

Halt, Klarheit und eine innere Ausrichtung, gibt auch das Zusammensein im Kreis. Beim Onlineretreat Sommer 2020 “Spiritualität und Alltag” ab 24. Juli 2020. Wie auch beim Wochenendseminar “Frauenweisheit – Frauenkraft” vom 25.-27. September 2020.

Bei der Kompaktausbildung “Frauenritualkraft – Verbunden mit dem Zyklischen” vom 08.-12. Juli 2020. Und im nächsten Frauenkreis online am 06. Juli 2020. Sei herzlich willkommen!

Foto: Sabrina Gundert

 

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2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. …..oh, das ist so stimmig von Dir in Beziehung gebracht, Dein Erlebnis auf dem Schiff und die Qualität aktuelle Situation. ….Danke von Herzen, liebe Sabrina, daß Du uns weiterhin so unermüdlich und großzügig ein “Fixpunkt bist auf unserem Horizont” mit all Deinen wunderbaren und wertvollen Texten, Videos, Ideen, FB Posts, Angeboten …..💚🍉🌴

    Mögest auch Du immer wieder Deine Fixpunkte oder -sterne finden, nach welchen Du Deinen inneren Kompass ausrichten magst ⭐🌟 Möge Dich das Leben dorthin tragen, wo Du neue Erfahrungen in Fülle, Leichtigkeit und Liebe finden magst, möge Dein Sommer mit seinen Qualitäten Dir einen Vorgeschmack auf das Schöne, was vor Dir liegt, schenken 💚🍉🌴
    Alles Liebe,
    Dagmar

    • Danke dir, liebe Dagmar, ganz herzlich für deine wertschätzenden Worte und die guten Wünsche, die ich gerne mitnehme auf meinen Weg!

      Alles Liebe mit Dank zu dir,
      ein Sommergruß,
      Sabrina

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