Fühlen, was gefühlt sein will

Im Widerstand sein, das kann ich gut.

Im Widerstand mit dem Leben und mit dem, was ist.

Weil ich es anders haben will. Weil ich doch andere Pläne mit mir und dem Leben hatte. Nur, dass das Leben da oftmals nicht mitspielt.

Über die Jahre habe ich gelernt, was eigentlich hinter dem Widerstand steht: eine große Angst.

Die Angst zu fühlen, was jetzt gefühlt sein will. Traurigkeit. Angst. Scham. Einsamkeit. Ohnmacht. Wut. All jene Gefühle, denen ich nicht begegne, solange ich mit dem Finger auf die anderen zeigen („Die (oder das Leben) sind schuld!“) – und im Widerstand stecke.

Dabei – das habe ich über die Jahre, oftmals recht schmerzhaft, erfahren – bringt mich der Widerstand keinen Schritt weiter. Solange ich im Widerstand bin, kann sich nichts bewegen. Weder in mir, noch in meinem Leben.

Erst, wenn ich bereit bin, innezuhalten und zu fühlen,
was hinter meinem Meckern, dem Grübeln, Aufregen
und meiner Abwehr gefühlt werden will,
kann der Fluss – und ich mit ihm – wieder fließen.

Eigentlich ist es ganz einfach. Zugleich weiß ich, wie schwer es sein kann. Weil die Angst so groß ist. Weil die wenigsten von uns gelernt haben, dass sie vor ihren Gefühlen keine Angst zu haben brauchen. Dass ihre Gefühle da sein dürfen und natürlicher Teil von uns als Menschen sind.

So lade ich dich heute ein, wenn du spürst, dass du in der Abwehr, im Meckern, im Widerstand bist, innezuhalten und dich zu fragen: Was fühle ich eigentlich gerade? Welches Gefühl ist da?

Mit deiner Wahrnehmung ins Herz, in den Körper zu gehen, und einfach nur wahrzunehmen. Vielleicht spürst du erst einmal nichts, vielleicht kommst du direkt einem Gefühl näher.

Dann sei mit ihm. Nimm wahr, wo du es in deinem Körper spüren kannst und wisse, dass dein bloßes Es-Wahrnehmen dazu führt, dass es sich wandelt.

Kein Gefühl bleibt länger als 90 Sekunden,
wenn wir einfach präsent mit ihm sind –
wie mit einem weinenden Baby, das wir im Arm halten
und bei dem wir bleiben, bis es sich beruhigt hat.
Du kannst es auszuprobieren und während des Fühlens
auf die Uhr schauen.

Das heißt nicht, dass das Gefühl danach für immer weg ist. Es zeigt jedoch sehr wohl, dass ein Gefühl wie Angst oder Wut kein Dauerzustand ist. Dazu wird es erst, wenn wir immer wieder über es nachdenken. Es uns über das Denken wieder und wieder zurückholen.

Fühlen wir, kommt es, bleibt eine Weile, wird spürbar für uns in unserem Körper und vergeht wieder. So einfach. So schlicht. So klar.

Erlauben wir uns, wieder zu fühlen, ist dies einer der direktesten Wege, der uns zu uns selbst, in unsere Kraft, Lebendigkeit und in ein Sein mit dem, was jetzt ist, bringt.

Von Herzen für heute zu dir,
Sabrina.

PS. In Kürze startet das Onlineretreat Frühling für Frauen „Hab Mut und geh!“ (am Donnerstag, 07. März 2019) sowie der Jahreszyklus „Im Kreis der Frauen“ (am Samstag, 16. März 2019). Sei von Herzen willkommen, im einen oder anderen Kreis (oder auch in beiden) Platz zu nehmen, wenn es dich ruft.

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8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. …noch eines möchte ich Dir / Euch schreiben: anschließend ans Lesen hier, aufgeladen mit Liebe, Verbundenheit und Freude, koche ich vor für einige Tage – denn das ist „meine Medizin“😍 und eben beim Gemüseschnippeln hatte ich so die Idee, daß ich gern mal mit Euch kochen würde, bei Dir, liebe Sabrina, wenn wir alle zusammenkommen auf Deinem Grundstück, mit dem Gemüse von da….vielleicht gibt es dort ja auch ne „Outdoor-Kitchen“, nen Lehmbackofen….💚
    Schönen Sonntag 😍

    • Liebe Dagmar,

      wie schön! Solch eine Idee eines Sommerfestes oder anderem hatte ich auch schon – vielleicht dort, vielleicht an einem anderen Ort! Schauen wir mal, was das Leben uns bringt und ermöglicht 🙂

      Herzensgrüße und einen wunderbaren Sonntag für dich, danke dir für deine Zeilen,
      Sabrina

  2. ….Sonntagmorgen – Innehalten, hier lesen und hineinspüren….in den Klang Deiner/ Eurer Worte…in meinen Körper……atmen…..ist für mich eine so wertvolle und segensreiche Gewohnheit, die mich mit einem starken Gefühl der Dankbarkeit erfüllt….für Dich, liebe Sabrina, Du „Hüterin des Kreises, des nährenden Feuers, des Einnerungs-Raumes“ hier und für Euch alle, die Ihr hier mitlest, schreibt, teilt…..mit fühlt….und so lasse ich heute meine Liebe, Verbundenheit und Freude für diese Begegnungsmöglichkeit hier zu Dir/Euch, in diesen/unseren Kreis fließen….was für ein Segen🌸🍃🌹💚

    Namasté und alles Liebe,
    Dagmar

    • Liebe Dagmar,

      ich danke dir für deine Worte, für dein persönliches Teilen und dein Hiersein miteinander im Kreis. Schön, umeinander zu wissen und gemeinsam auf dem Weg zu sein!

      Von Herzen zu dir in diesen Morgen,
      Sabrina

  3. Liebe Sabrina, liebe Mitfühlenden,
    Es ist wunderbar, diese einfachen, klaren Worte zu lesen, die mit dem übereinstimmen, was ich in den letzten 13 Jahre auf meinem Weg zu mir gelernt habe und immer wieder lernen darf. Ich danke von Herzen, für den Beitrag und das Mitfühlen, in dem wir alle miteinander verbunden sind.
    Love Monika Theresia Eva

  4. Hallo Sabrina
    Vielen Dank für deinen Bericht. Ist genau mein Thema.. Fühle mich gefangen in meinen Gefühlen.. Fühle zwar aber ich kann es wie nicht da sein lassen..
    Es ist die Angst mich zu leben..
    Hoffe ich gebe den Kampf auf..Aber ist eine schwere Zeit..
    Danke Dir.

    • Liebe Karin,

      einen Herzensdank dir für dein Teilen und den Mut an deiner Seite, immer wieder, vielleicht für einen kleinen Moment, ganz mit dem da zu sein, was gerade ist.

      Herzensgrüße zu dir und sanften Rückenwind,
      Sabrina

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