Gute Nachrichten – jeden Tag

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Seit mehreren Jahren lese ich nun schon keine Nachrichten mehr.

Weder online noch in der Zeitung. Schaue keine Tagesschau. Verzichte auf die neuesten Schlagzeilen im Radio. Ich merke: Mir fehlt nichts. Wichtiges erfahre ich dennoch.

Mehr noch: Mir geht es besser seitdem. Denn Positives, uns Stärkendes, gibt es leider nur selten in den klassischen Nachrichten.

Anders bei Bettina Sahling, die 2009 das Onlineportal newslichter gegründet hat. Ihr Credo: Gute Nachrichten. Jeden Tag.

Der Weg dorthin war dabei nicht immer leicht. Ursprüngliche Pläne erfüllten sich nicht, das Einkommen ließ auf sich warten. Und doch – es hat sich gelohnt, sagt Bettina Sahling. Denn heute gehen Beruf und Berufung bei ihr Hand in Hand.

Wie ihr Weg dorthin aussah und woher sie die Kraft genommen hat, dennoch weiterzugehen – davon erzählt sie in unserem Gespräch.

Jeder neue Weg beginnt mit der Sehnsucht, manchmal auch mit dem Gefühl, dass etwas nicht mehr so recht stimmt im eigenen Leben, mit dem Wissen, dass der alte Weg nicht mehr passt.

Was stand am Anfang deines Weges mit den newslichtern?

Es war schon tiefster Herbst 2008 und ich fuhr von der Ostsee zurück, wo ich mir Gedanken über mein berufliches Weiterleben gemacht hatte.

Viele Jahre im PR- und Marketingbereich lagen hinter mir. Ein Beruf, der mir immer viel Freude geschenkt hatte, bis ich mit 40 eine Sinnkrise bekam: „Das kann doch nicht alles gewesen sein…“

Ich nahm eine Auszeit, reiste und bildete mich im Bereich NLP und Coaching fort. Arbeitete als Coach und Trainerin und kam dann zur PR zurück, weil es irgendwie doch nicht stimmte.

Und nun war ich wegen der Liebe nach Hannover gezogen und nichts ging mehr. Weder PR noch Marketing noch Coaching, alle Türen schienen zu.

An der Ostsee hatte ich mir drei Tage Zeit genommen, um nachzudenken, doch statt Erleuchtung bekam ich eine Grippe.

Und nun auf dem Heimweg, im strömenden Regen auf der A7 schossen mir plötzlich Gedanken in den Kopf: Wie wäre es, wenn ich, statt all der frustrierenden Nachrichten, die mich auch hier aus dem Autoradio begleiteten, nur die guten Nachrichten sammeln würde? Wenn ich all meine Kompetenzen für eine Herzenssache einsetzen würde? Das ganze online, so dass es wenig Kapital bedurfte und ich von überall arbeiten konnte.

Mir wurde heiß und die Gedanken überschlugen sich. Das hatte Energie, das fühlte sich gut an, das war wie ein Ruf. Und so begann meine Heldenreise – und der Start der newslichter.

Oft kommt unser Weg dann ja doch ganz anders, als wir ihn geplant hatten. So hattest du beispielsweise eigentlich vor, schon nach zwei Jahren, 2011, von den newslichtern zu leben – was jedoch erst 2014 der Fall sein sollte. Drei Jahre später als geplant.

Was hat dich in dieser langen Zeit getragen und gestärkt?

Der tiefe Glaube an die Idee der guten Nachrichten, dass ich das Newslichtern zu meiner täglichen spirituellen Übung gemacht habe und am Ende, dass ich einfach immer weitergemacht habe. Gerade habe ich ein Bild zugeschickt bekommen, das den Weg zum Erfolg beschreibt:

Gedanke – Idee – Versuch – Tu es – Tu es nochmal – Und nochmal – Weitermachen – Erfolg.

Und das ist jeden Tag wieder so – tu es! Ich mache meine Arbeit und was daraus wird, überlasse ich ganz demütig dem Universum.

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Bettinas Weg mit den newslichtern.


Wie begegnest du Ängsten und Zweifeln auf deinem Weg? Und was hilft dir, die Weite wieder zu spüren, wenn es innerlich eng wird?

Durch Rückverbindung mit dem großen Ganzen, meditieren, chanten, im Kreis der Frauen ausruhen, in Gemeinschaften sich austauschen.

Und gerade noch tiefer entdeckt in die Natur eintauchen, lauschen und in der Stille aus- und einatmen. Hier in den Elbtalauen, wo ich mittlerweile lebem, finde ich ganz natürlich jeden Tag eine Weite, die mich glücklich macht.

Was ist der größte Schatz, den du auf deinem Weg für dich entdeckt hast?

Ich habe meinen Platz eingenommen. Leben und Arbeit – Beruf und Berufung – sind nicht mehr getrennt, sondern eins. Dafür bin ich unendlich dankbar. Ich habe gelernt, nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Herzen zu denken und mit dem Bauch zu entscheiden.

Gab es Wunder auf deinem Weg, Überraschungen, Verrücktes, Nie-Geplantes?

Irgendwie ist es immer magisch: Wenn ich zweifle, kommt immer eine E-Mail, eine Spende, ein Kontakt, der mich wieder ermuntert. So auch gestern, als mir eine Abonnentin schrieb: „Ich genieße die newslichter jeden Morgen. Sie haben mich gut durch eine sehr dunkle Zeit getragen, die nun hinter mir liegt. Vielen Dank dafür. Du bringst Licht in diese Welt!“ Da bekomme ich Gänsehaut und ganz viel Kraft, um immer weiterzugehen!

Was würdest du einer raten, die auf ihrem Weg gerade vor einem riesigen Berg steht und das Gefühl hat „Hier geht es nicht weiter“?

Prüfen, ob es wirklich das richtige ist.

Die Zeitqualität fördert absolute Wahrhaftigkeit. Alles was nicht wirklich passt, funktioniert auch nicht mehr, das ist meine Erfahrung.

Und wenn es das Richtige ist, Schritt für Schritt gehen, weitermachen, im Vertrauen bleiben durch spirituelle Übungen und sich RatgeberInnen und GefährtInnen suchen.

Welchen Satz rufst du einer zu, die die Sehnsucht in sich spürt, ihrem Weg zu folgen, sich bislang aber noch nicht getraut, den ersten Schritt zu gehen? Gibt es da einen Satz, der vielleicht auch dich schon lange begleitet auf deinem Weg?

Da ist immer noch Pippi Langstrumpfs Motto: „Es gibt so viele gute Sachen auf der Welt. Es ist wirklich wichtig, dass jemand sie findet!” und macht!

*

Danke dir, Bettina!

 

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6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Sabrina,
    ist wieder so ein wunderbarer Artikel – danke dafür.

    Newslichter gehört bei mir auch täglich ins Lese-Programm!

    Alles Liebe
    Angela

  2. Hallo Sabrina,
    herzlichen Dank dir für deine eigenen, regelmässig mit dem Newsletter erscheinenden, aufmunternden “Newslichter”, die du uns NL-EmpfängerInnen immer wieder zuträgst. Sie bauen mich auf, sie geben mir Kraft und den Mut, auch nach Tiefschlägen meinen Weg der Berufung zur Schriftstellerin weiterzuverfolgen. Vielleicht kann ich eines Tages ebenfalls sagen: ich bin soweit, vom Schreiben leben zu können. Das ist mein grösster Wunsch, auch wenn ich noch ein Stück vom Ziel entfernt bin, aber ich steuere darauf zu!
    Danke, dass du uns Bettina Sahling und ihre aufbauenden News vorgestellt hast! Das Interview mit Bettina ist erfrischend, ihre “Newslichter” sind bunt wie eine Sommerwiese, ich wünsche ihr von Herzen gutes Gelingen auch in die Zukunft hinein.
    LG und auch dir und allen Besuchern deines Portals alles Gute und viele fruchtbare Erfahrungen und Begegnungen wünscht
    Annina Boger

    • Liebe Annina,

      danke dir ganz herzlich für deine Worte und ich freue mich, dass der wöchentliche Herzensweg-Impuls dich stärkt, ermutigt und dich deinen Weg weitergehen lässt.
      Immer wieder werde auch ich gefragt: Und du lebst vom Schreiben deiner Bücher? Leider ist es so, dass ich kaum einen Schriftsteller kenne, der ausschließlich vom Schreiben seiner Bücher lebt. Und doch – sie alle schreiben. Weil sie spüren, dass es etwas gibt, das sie in die Welt tragen wollen. Dass sie etwas zu sagen haben, einen Beitrag leisten möchten. Vielleicht trägt das Schreiben nur zu einem kleinen Prozentteil zu ihrem Lebensunterhalt bei – doch ich bin sicher, es trägt einen großen Teil zu ihrem Lebenssinn und zur Erfüllung ihrer Lebensträume bei.

      Alles Liebe und auch dir weiterhin viel Freude beim Schreiben,
      Sabrina

  3. Ich lese die Newslichter fast seit deren Beginn, weil ich Bettina über eine Freundin kennengelernt hatte – zumindest so oft ich die Zeit finde. Denn ich muss gestehen, ich bin lieber draußen in der Natur oder im direkten Kontakt mit Menschen statt vor dem PC zu sitzen 😉

    Liebe Grüße nach Hannover bzw. in die Elbtalauen. Vielleicht schaffen wir doch bald mal ein Wiedersehen…

    Lisa (aus Heppenheim)

    • Liebe Lisa,

      es freut mich, dass du auch so gerne die Newslichter liest! Für mich sind sie immer wieder Inspiration und eine Möglichkeit, mich wieder klar auf meine Kraft, das Stärkende, Nährende und Positive im Leben auszurichten. Wunderbar auch an einem angespannten Tag, um wieder zurück in die innere Ruhe zu finden.

      Viele liebe Grüße zu dir nach Heppenheim,
      Sabrina

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