Tragende Netze

Besonders in Krisenzeiten spüre ich ihre Kraft ganz deutlich.

Vor allem dann, wenn alles in Frage steht und ich nicht weiter weiß, erkenne ich ihren unendlichen Wert. Den Wert der tragenden Netze. Ich bin kein Fan von Netzwerken, in denen lediglich Visitenkarte getauscht und die neuesten Produkte verkauft werden.

Was ich will sind echte Menschen. Herzensbegegnungen und solche, die in Erinnerung bleiben. Weil wir zusammen gelacht oder auch geweint haben. Weil wir etwas, das uns wirklich kostbar ist, in unserem Zusammensein miteinander geteilt haben. Vielleicht Ängste und Zweifel, die uns gerade beschäftigen. Vielleicht eine Vision, die uns inspiriert und antreibt.

In den vergangenen Jahren habe ich bewusst immer wieder Netze gesponnen. Nicht alle von ihnen sind tragfähig geworden. Manche sind wieder zerbrochen oder in eine Richtung gelaufen, die nicht die meine war. Doch die, die tragfähig geworden sind und mit jedem neuen Treffen (online, wenn wir weit entfernt voneinander wohnen, oder privat) stärker werden, sind so unendlich wertvoll.

Dabei habe ich erst einmal lernen müssen,
wirklich auf die Netze zurückzugreifen, wenn ich es brauchte.
Nicht immer zu meinen, ich muss alles alleine schaffen,
alleine lösen – sondern meinen Blick vom Ich
wieder aufs Wir hin zu bewegen.

Den Wert erkennend, der darin steckt, wenn wir beginnen auf allen Lebensebenen wieder intensiver miteinander unsere Netze zu verweben und unser Wissen, unsere Talente, Freuden und Erfahrungen, miteinander zu teilen.

Und welch Freude das ist! Ob im Coachinnennetzwerk, unserer privaten Unternehmerinnenrunde oder in Frauengruppen, in denen ich online aktiv bin – überall begegnet mir statt Konkurrenz Unterstützung. Überall gibt es schon Menschen, die an der neuen Geschichte mitweben. An der Geschichte, die darum weiß, dass sich der Wert, die Möglichkeiten und das Potenzial für jede von uns vervielfachen, wenn wir miteinander teilen, was wir wissen und haben.

Selbst dann, wenn ich mich mit einer Frau vernetze, die ebenfalls Coachings und Seminare für Frauen anbietet, die ebenfalls Bücher schreibt und auf den ersten Blick doch eine absolute Konkurrentin für mich zu sein scheint – selbst dann (und gerade dann!) kann ich bewusst entscheiden, welche Geschichte ich mir erzählen, in welche Geschichte ich einsteigen möchte: Die der Angst oder des Vertrauens?

GETRAGEN

Die Spinne seilt sich ab
hängt in der Luft
unbeweglich
leicht
entspannt.
Kein Faden ist zu sehen,
nichts, was sie hält.
Und doch muss es jene
unsichtbaren Fäden geben,
die sie halten, umfangen, tragen.
Wo immer sie auch ist.

(aus dem Buch: Nur ein Augenblick – Dem Leben begegnen im Moment)

Auf meinem Weg habe ich gelernt, dass die Netze – beruflich wie privat – die sind, die mich unterstützend halten, wenn alles zusammenbricht. Die mich spüren lassen, durch die Menschen, die in ihnen selbst aktiv sind, dass wir gemeinsam unterwegs sind.

Die mich aufatmen und erkennen lassen, dass wir schon viele sind, die gemeinsam an die Geschichte einer Welt glauben, in der wir einander wieder als Menschen begegnen, stärken und begleiten. In der wir verschenken, was wir zu verschenken haben. Und miteinander wachsen lassen, was in die Welt gehen will.

Dabei darf ich mich immer wieder erinnern,
dass ich selbst es bin,
die jeden Tag aufs Neue entscheidet,
welche Geschichte ich mir heute erzähle,
an welche ich glaube, an welcher ich mitweben will.

Welche das ist, das spür ich ganz genau. Und setze den Fuß wieder mitten in sie hinein. Durch mein Tun, meinen Austausch, mein Wirken, Weben und Sein. Erkennend, wie sie dadurch, mit jedem Tag, ein Stückchen größer wird.

Von Herzen,
Sabrina.

PS. Die tragende Kraft des Gemeinsamen erleben, das geht auch hier:

Foto: Raphi See photography.

 

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8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Sabrina,
    danke für die wundervollen Worte, mit denen Du die innere Welt webst.
    Es bereichert und unterstützt mich und legt eine Spur.
    Von Herzen,
    Christine

  2. Liebe Sabrina,
    danke, danke, danke!!! Ja, deine Erfahrungen sind auch meine Erfahrungen. Ein Netz aufbauen, dem ich vertrauen kann und mit dem ich wachsen kann, daran arbeite ich auch. Ein uneingeschränktes Ja, dass Frauen keine Konkurrentinnen sind, sondern Hilfe zur Selbsthilfe. Es wird höchste Zeit, dass wir Frauen uns vernetzen und uns mutig trauen. Danke, danke, danke, dass deine Erfahrungen auch die meinen sind.
    Elke

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