Welchen Samen säst du?

Als ich am Samstagabend draußen war, war es schon dunkel und die Schneeflocken fielen dicht.

Um mich herum wurde es von Minute zu Minute weißer, der Weg im Park unter meinen Füßen war dick gefroren. Doch auf einmal war da ein Geräusch, das nicht in die Kulisse passte. Ein Zwitschern, ein Singen. Hell und klar.

Ich ging ihm nach und da saß sie, eine Amsel auf einem Ast, sanft beschienen von der danebenstehenden Straßenlaterne, und sang ihr Lied. In den fallenden Schnee und zugleich in den nahenden Frühling hinein.

Sie sang, sie zwitscherte und in der Ferne stimmte hier und dort ein Vogel ein, schien zu antworten, zu lauschen und wieder zu singen.

Da war es unverkennbar:
Der Frühling kommt tatsächlich, auch,
wenn am vergangenen Samstag
äußerlich noch nichts davon zu sehen war.

Inzwischen ist der Schnee getaut, die Schneeglöckchen sind sichtbar geworden, Krokusse in Gelb und Lila fächern ihre Blütenblätter auf.

Ich spüre: Es ist Zeit nach draußen zu gehen. Selbst aus der Zeit der Rückzugs, aus der Winterstille wieder aufzutauchen, mich zu strecken und zu recken und dem Leben nachzuspüren, das auch in mir wieder verstärkt zu pulsieren beginnt.

Der Frühling mit seinem Frühlingserwachen lädt mich ein, bewusst wahrzunehmen: Was will in diesem Jahr in mir erwachen? Welchen Samen möchte ich säen? Was möchte ich in meinem Leben wachsen lassen?

Es ist ein Lauschen – um dann tätig zu werden.
Jenseits der Neujahrsvorsätze jetzt in diesem Frühling
zu spüren: Was will da wachsen? – und es umzusetzen.

Dabei hilft, dieses Spüren und Lauschen mit einem tätigen Ritual zu verbinden. Mir auf einem Zettel zu notieren: Was ist es, das ich säen und wachsen lassen möchte? Ganz konkret? Geht es um Beruf, Beziehung, Wohnort, Gesundheit, Spiritualität, Herzensweg oder mein gesamtes Leben? Was ist jetzt wirklich wichtig für mich?

Habe ich für mich gefunden und klar formulieren, worauf ich den Fokus in diesem Frühjahr (und damit auch für dieses Jahr) für mich legen möchte, kann ich den Zettel, auf dem ich es notiert habe, in die Erde geben. In einen Blumentopf mit Erde, in die ich den Zettel lege, etwas Erde draufgebe, dann einen Samen hinzufüge.

Auch diesen kann ich zuvor für einen Moment in den Händen halten, ihn aufladen mit dem, wofür ich gehen möchte in diesem Jahr. Und dann: Erde draufgeben, andrücken, gießen, vielleicht eine Feder, ein Fähnchen oder etwas anderes dazustecken, das mich erinnert: Hierin entwickelt sich der Samen, den ich für dieses Jahr gesät habe!

Ein kleines Ritual, das mir hilft, klar ausgerichtet,
kraftvoll und bestärkt in diesen Frühling zu gehen.
Die Qualität des Erwachens und Aufblühens
der mich umgebenden Natur für mich zu nutzen.

Und natürlich: Auch selbst konkrete Schritte zu tun: Was braucht es, damit mein Same aufgehen kann? Braucht es einen einzelnen Schritt oder eine längerfristige Veränderung? Welchen Schritt kann ich schon heute gehen?

Mir notieren, welche Schritte ich feststelle und beginnen, sie Teil meines Lebens werden zu lassen, sie Schritt für Schritt zu gehen.

Bei mir ist es zum Beispiel ein Buchprojekt, das ich in diesem Frühling säe. An dem ich dranbleiben, das ich umsetzen möchte. So nehme ich mir jeden Morgen eine halbe Stunde Zeit für dieses Buchprojekt. Sammle Ideen, schreibe am Exposé, bringe es mehr und mehr in eine Form.

Denn ich weiß, dass ich es sonst doch nicht tun werde. Dass immer eine kurzfristige Anfrage, ein Artikel, eine E-Mail oder irgendetwas anderes wichtiger sein wird. Dass der Berg rund um mein Buchprojekt damit irgendwann so weit angewachsen sein wird, dass ich es gar nicht mehr angehen mag.

Säe ich jedoch bewusst den Samen Buchprojekt in einem kleinen Ritual in einen Topf und gehe dann selbst Schritt für Schritt, um den Samen zum Erblühen zu bringen, geht es ganz leicht. Wie eine gute Gärtnerin sorge ich für ausreichend Licht, Wärme, Wasser und Dünger, damit mein Same gedeihen kann.

Wie ist es für dich: Welchen Samen säst du in diesem Frühling?
Auf welche Weise gibst du ihn – vielleicht in einem kleinen Ritual – in die Erde? Und welche Schritte sind nötig,
damit er keimen, reifen, wachsen und erblühen kann?
Welchen Schritt kannst du noch heute tun, um zu beginnen?

Wenn du dir Unterstützung beim Finden deines Samens, beim Gehen des nächsten Schrittes oder beim Dranbleiben über das Jahr hinweg wünschst, bist du in einem Coaching bei mir richtig. Ich liebe es, Samen zu finden, zu wässern, zu düngen und gemeinsam zur Reife zu bringen – um anschließend über die wunderbar saftigen Früchte zu staunen (und sie zu genießen), die daraus gewachsen ist.

Ein kostenfreies, telefonisches Vorgespräch zu einem Coaching (das hier in Engen oder telefonisch stattfinden kann) kannst du jederzeit mit mir vereinbaren. Ich freue mich auf dich und die Herzensprojekte, die du in diesem Jahr in deinem Leben umsetzen möchtest! Hier kannst du ein kostenfreies, telefonisches Vorgespräch mit mir vereinbaren.

Von Herzen für heute ein gutes Finden und Säen deines Samens und ein sanftes, kraftvolles Keimen, Reifen und Aufblühen in diese Frühlingszeit hinein,
mit einem Sonnengruß,
Sabrina.

Foto: Raphi See photography

 

Der Beitrag hat dir gefallen? Das könnte dich auch interessieren:

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. …oh,da schließe ich mich Dorotheas Worten an :)) – mein “Samen” in diesem Frühling ist der “Anfängergeist” – diese innere Haltung von Wahrnehmen ohne Urteilen, das Gefühl:”ich sehe dich, alles von Dir” ohne Bewerten – mich darin jeden Tag zu üben und dies in mir zu pflegen…DANKE von Herzen, liebe Sabrina und in die Runde zu Euch für dieses segensreiche Miteinender hier.
    Einen schönen Frühlingsbeginn wünsche ich Dir, liebe Sabrina, und Euch allen !!!
    Dagmar

  2. Liebe Sabrina, Danke von Herzen für diese zauberhaften Zeilen und Impulse, Du inspirierst immer wieder auf so besondere Art. Wunderbar, ein ganz lieber Dank an Dich mit einem Herzensgruß zu Dir!
    Dorothea

Schreibe einen Kommentar




Bitte lies die folgenden, im Rahmen der DSGVO notwendigen Bedingungen, und akzeptiere sie:
Durch Abschicken des Formulares wird dein Name, deine E-Mail-Adresse, der eingegebene Text und der Zeitpunkt, zu dem du den Kommentar abgeschickt hast, in der Datenbank gespeichert. Für weitere Informationen schau gerne in die Datenschutzerklärung. Vielen Dank.