Wenn die Dinge sich fügen

Es war ein Satz, der mich auf Seite 120 vollkommen unvermittelt traf.

Während ich eigentlich nur hatte kreativer werden wollen, stand ich auf einmal einem der wichtigsten Sätze für meinen gesamten Weg gegenüber.

Es war das Buch „Der Weg des Künstlers“ von Julia Cameron, das ich damals in den Händen hielt. Sie, die in jenen Zeilen von Synchronizitäten schrieb, dem glücklichen Zusammentreffen von Ereignissen. Und sie, die mich in jenen Zeilen daran erinnerte, dass ich erst entscheiden muss, was ich tun will, damit das Wie von alleine folgen kann.

Wie oft hatte ich bis dahin gedacht,
ich müsse zunächst das Wie kennen,
ehe ich überhaupt loslegen könnte.

Müsste erst einen Businessplan haben,
ehe ich mich würde selbständig machen können.
Müsste erst alle Wege und nächsten Entwicklungen kennen,
ehe ich einen nächsten Schritt würde machen können.

Doch dem ist nicht so. Das habe ich auf dem Weg und besonders auch nach jenen Zeilen von Julia Cameron – nach denen ich mehr zu wagen begann und vor allem zu beobachten, ob da etwas dran war an dem, was sie da schrieb – immer wieder erfahren.

Ich begann wahrzunehmen, dass ich meist nur eine grandiose Idee haben brauchte (oder auch einfach nur das Gefühl von „Das ist jetzt der nächste Schritt. Das will ich tun. Das steht jetzt an.“) und mein inneres Ja dazu geben musste, ehe sich die Dinge zu fügen begannen.

So etwa, als ich nach einer Trennung von Kiel an der Ostsee nach Meersburg am Bodensee zog. Ohne jemals zuvor hier gewesen zu sein (außer, um mir das Zimmer in der Hausgemeinschaft anzuschauen), irgendwen zu kennen, Freunde oder Arbeitsmöglichkeiten zu haben. Aber mit dem Gefühl und dem inneren Wissen, dass hier mein Weg weitergehen wollte. Dass ich hier bleiben, meine Selbständigkeit ausbauen, Seminare und Lesungen geben und mich beheimaten wollen würde.

Noch gut erinnere ich mich, wie ich ganz zu Beginn meiner Zeit
hier am Bodensee einmal unterwegs war in Konstanz.
Ein entspannter Besuchsausflug mit meinen Eltern,
an einem Samstag ohne jeden Gedanken
an mein berufliches Tun.

Es war vor einem kleinen Ladencafé in der Altstadt, wo ich an jenem Samstag stehen blieb. Draußen lagen Flyer in einer Holzschale auf einem Birkenstamm.

Der Birkenstamm (der eigentlich nur Deko war) gefiel mir so gut, dass ich kurzerhand reinging und vor einem Bücherregal zum Stehen kam. Ich fragte die Frau, die daneben am Tisch saß und die Ladeninhaberin zu sein schien: „Machen Sie hier eigentlich auch Lesungen?“. Sie sagte: „Gerade gestern haben wir überlegt, dass wir gerne mal eine Lesung anbieten würden!“. Ich: „Das trifft sich gut! Denn ich habe gerade ein Buch rausgebracht!“.

Es sollte der Ort werden, an dem ich kurz darauf eine meiner ersten Lesungen zum Buch „Auf dem Herzensweg“ hielt. Wo ich über ein Jahr lang ein Schreibcafé leitete, Vortragsabende anbot und viele Menschen, die für meinen weiteren Weg wichtig waren – privat wie beruflich – kennenlernte.

Über die Jahre habe ich gelernt,
mein inneres Ja zu geben zu den Dingen,
von denen ich spüre, dass sie jetzt dran sind,
getan werden wollen oder dass ich sie jetzt tun will.

Um dann offen zu lauschen und zu schauen, an welchen Orten sich Türen öffnen, wo ich Menschen begegne, wie Möglichkeiten sich zeigen, die mich von dem Was ich tun will zu dem Wie es gehen kann bringen.

Das hat mich in eine enorme neue Leichtigkeit und ins Vertrauen gebracht. War ich zuvor meist damit beschäftigt, alle Eventualitäten durchzuplanen und vor allem damit, herauszufinden, wie genau das Wie klappen kann, entspanne ich mich heute immer mehr in das Was hinein.

Im Vertrauen, im Wissen, dass sich das Wie zeigen wird, wenn das Was klar ist.

Herzlich,
Sabrina.

PS. Unterstützung für den Weg vom Was ins Wie findest du auch hier.

(Foto: Raphi See photography)

 

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12 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Sabrina,

    vor einem Jahr hat eine Bekannte mir Dein Buch ausgeliehen, seither lese ich immer wieder Deine Blogs. Allerdings stecke ich gerade auch ganz schön fest, beruflich. Seit über einem Jahr bin in arbeitslos, suche und suche und es tut sich einfach NIX auf. Mein anfänglicher und lebenslanger Optimismus und mein tief verwurzelter Glaube an einen guten Gott kommen langsam aber sicher ins Wanken. Vielleicht „SUCHE“ ich zu verkrampft? Ich versuche, zu vertrauen, loszulassen, geduldig zu sein – aber egal, welcher inneren Eingebung ich auch folge, welche Bewerbung ich auch wegschicke – es passiert einfach NIX! Keine einzige Tür hat sich bisher aufgetan. Ich war schon oft in meinem Leben in einer ähnlichen Situation (meist sogar alleinstehend, jetzt bin ich verheiratet) – eigentlich WEISS ich ja, dass sich zur richtigen Zeit alles fügt und erfüllt … aber ganz ehrlich, so langsam überwiegt die Angst … und es fällt mir schwer, weiterhin offen zu bleiben, zu vertrauen, geduldig zu bleiben …

    Danke für’s „Zuhören“ – und danke für all Deine Impulse.

    Viele Grüße aus Stuttgart,
    Maria

    • Liebe Maria,

      danke dir für dein Teilen! Zwei Dinge kommen mir dazu in den Sinn: Mir ging es zweimal mit einer Wohnungssuche ähnlich. Erst war ich sehr aktiv, habe geschaut und gesucht – und nichts hat sich aufgetan. Dann wieder habe ich nichts im Außen getan, war einfach offen innerlich – und es hat sich auch nichts getan. Beide Male war es ein Prozess hin zu einer wirklichen Balance aus innerem Ausgerichtetsein und Offenheit und aktivem Nach-Außen-Gehen. Beides in Verbindung miteinander. Und beide Male kam die Wohnung jeweils dann, wo ich nicht mehr krampfhaft an einem bestimmten Ergebnis festgehalten habe. Das einfach von meinem eigenen Weg.

      Immer wieder erlebe ich (besonders auch in meiner Coachingarbeit) auch, dass es noch andere Themen hinter dem an der Oberfläche gibt. Wo es manchmal sehr wertvoll sein kann, wenn wir schauen: Liegt noch ein anderes Thema darunter? Kann ich an einer anderen Stelle ansetzen, etwas in Bewegung bringen oder lösen, so dass sich auch am ursprünglichen Ausgangspunkt etwas verändert? Vielleicht kann das ein Impuls für dich sein.

      Herzlich,
      Sabrina

  2. Hallo Sabrina,

    es ist wirklich verrückt wie magisch, wie deine Artikel es immer wieder schaffen, so hilfreich für meine jeweilige aktuelle Situation und die anstehenden Themen zu sein. Ich habe keine Ahnung, wie das genau funktioniert, aber es ist toll. 🙂

    Danke von Herzen für meinen aktuellen Lieblingsblog.

    Grüße

    Björn

  3. Guten Morgen, Sabrina…….
    gerade komme ich zurück von der tobenden brausenden Nordsee – die mir immer den Wellenschlag meines Herzens zeigt…..hin und her….zurück in meinem Garten…der wüst ausschaut, obwohl nette Leute gegossen haben, das sollten sie auch nur…….und schon erinnerte ich mich an den Herzschlag Nordsee….dann las ich „gerade“ jetzt deinen Text – es ist so treffend…….und manchmal wünschte ich mir….ich könnte einfach rüberspringen zu deinen herrlichen Angeboten…..
    *DANKE* , für deinen Blog – wenn ich auch nicht immer kommentiere – er unterstützt mich.
    Ein Herzensgruß an den Bodensee aus dem Rheinland
    *rena*

  4. Liebe Sabrina, oh wie wunderbar deine Zeilen zu meiner jetzigen Situation passen… als ob ich es selbst bin. So ist es jetzt bei mir, Job gekündigt, lebe allein, keinen Plan für die Zeit danach, sondern einfach nur Urvertrauen in das was kommen wird. Ich habe mir auch die Erlaubnis gegeben, dass ich alles greifen darf dass mein Leben mit Liebe, Freude und Leichtigkeit bereichert. Ich schon sehr gespannt, was das Leben mir bringen will!!
    Umarmung Käthe

  5. Liebe Sabrina, deine Zeilen sind bereichernd. Es passiert immer etwas in mir, wenn ich deinen Blog lese. Bis jetzt hatte ich nur einmal flüchtig von Synchronizität gehört. Nun verstehe und sehe ich. Ich danke dir für alles Teilen und Verbinden!
    Herzlichst, Claudia

  6. Liebe Frau Gundert, vielen Dank für den interessanten Text, der jetzt für mich genau zum richtigen Zeitpunkt kommt!!
    Das Lesen gibt mir eine innere Ruhe, die ich dringend brauche.
    Herzlichen Dank und viele liebe Grüsse aus Paris nach Engen.
    Ich wünsche Ihnen einen friedvollen Wochenausklang
    Maria Banholzer

    • Liebe Frau Banholzer,

      herzlichen Dank für Ihre Rückmeldung – es freut mich, dass der Text genau jetzt so passend für Sie kam! Möge er sie wertvoll unterstützen und begleiten auf Ihrem Weg!

      Herzlich,
      Sabrina Gundert

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