Werden und Sein

werden

Was mich in dieser Woche besonders berührt hat, ist mein eigenes Spüren und Suchen.

Eigentlich ist es ein Prozess, der schon viel länger läuft. Ja, der vielleicht schon immer läuft. Es ist das Suchen und Spüren dessen, wer ich wirklich bin, was mich ausmacht, was (und wie) ich wirklich, wirklich leben will, was ich zu geben habe, mit welchem Auftrag ich hier bin.

Jeden Schritt, den ich bis hierhin gegangen bin, jede Station, an der ich gestanden habe, war und ist wertvoll. Sie alle hatten ihren Sinn, jede zu ihrer Zeit. Zugleich nehme ich dieses Ringen im Wachsen war, dieses Gefühl, dass es weitergeht. Ja, vielleicht die Gewissheit, dass es immer weitergeht.

Und den Drang, mich weiter auszudehnen. Hier nicht stehenzubleiben, wenn ich merke, dass ein Teil von mir manchmal am liebsten verharren mag. Dass ein Teil von mir sich gerne sagt, dass ich doch jetzt gefunden habe, wonach ich suche. Dass ich jetzt doch neue Flyer habe, eine neue Website, dass jetzt doch alles gut ist.

Gut, das ist es, ja.
Und dennoch erlebe ich mein Leben als ewiges Sein im Werden.
Ich werde zu der, die ich bin und die,
die ich bin, wird zu der, die daraus entstehen will.

Manchmal ist das paradox, verwirrend, herausfordernd. Immer wieder versuche ich mir einzureden, doch vielleicht noch in die Spur zu passen, von Job, Freizeit, acht Stunden arbeiten und Leben und Wirken nach Konzept.

Funktionieren tut das immer weniger. Dafür wird es immer öfter immer stiller in mir. Während an manchen Tagen die Gedanken in meinem Kopf so laut plappern, dass der Schwindel in mir körperlich greifbar wird, vermag sie doch ebenso ein bewusstes Lied, ein Tanz, ein Blick in die wirbelnden Schneeflocken vor dem Fenster nachdrücklich zur Ruhe zu bringen und mich in eine tiefe Stille und Zeitlosigkeit.

Weißt du, manchmal frage ich mich, wie das alles zusammengehen kann. Wie ich hier sein, leben, wirken, arbeiten, Angebote ausschreiben und mit ihnen und mir in der Welt stehen kann.

Und mich zugleich immer tiefer in diesem
Werden und Sein bewegen kann.
In dem alles fließend ist, in ständiger Veränderung,
und das oft so wenig zu tun hat mit der Art,
wie ich es lange Zeit gewohnt war zu leben.

Heute spüre ich sie wieder, diese Ruhe in mir, den Wunsch, tiefer in diese Stille zu lauschen. Zu lauschen auf die Töne, die schon da sind und weiter an die Oberfläche kommen wollen. Um ihnen zu folgen, zu lauschen, in meinem Werden und Sein.

Von Herzen,
Sabrina.

 

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13 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. ….dazu möcht ich Euch eine Zeile aus Antonio Machado y Ruiz‘ Gedicht ans Herz legen: „….es gibt den Weg nicht, er entsteht, wenn man ihn geht….“

    Danke Dir, liebe Sabrina, und Danke Euch, liebe Weggefährten*innen von Herzen für Deinen/Euren LebensWeg, von dem der meine hier berührt und bereichert wird…

    Dagmar

    • Danke dir, für deine Ergänzung, liebe Dagmar! Ja, dieses Weben, Lebenslandkarten teilen, uns miteinander vernetzen, stärken, sei es hier online oder vor Ort in Seminaren, spontanen Begegnungen und auf anderen Wegen – berührt, bereichert und nährt auch mich immer wieder sehr! Hab Dank dafür!

      Herzlich,
      Sabrina

      • …das ist schön zu lesen, liebe Sabrina :)) danke – es ist so wichtig, daß ein Gleichgewicht entsteht im Austausch :))
        Vielleicht läßt uns das noch genauer erkennen, was wirklich wertvoll ist 😉

        Alles Liebe

  2. Liebe Sabrina,
    in deinen Worten steckt ganz viel Kraft und dein Geerdetsein wird beim Lesen für mich spürbaren. Und du machst mir Mut: Weil ich noch am Anfang des Weges bin, gerade erst lerne, in mich hineinzuspüren und zu begreifen, dass ich den plappernden Gedanken in meinem Kopf nicht völlig ausgeliefert bin. Ich lese immer wieder deine Blogbeiträge, habe dabei kürzlich die Links zu heilsamen Liedern entdeckt (deren Kraft ich auch erst vor kurzem kennen gelernt habe) oder schöpfe Mut mithilfe deiner Tagesinspirationen. Ist es nicht wunderschön, dass du auf so vielfältige Art und Weise Menschen auf ihrem Weg begleiten kannst? Ich wünsche dir von Herzen, dass die Kraft, die dabei entsteht, zu dir zurück fließt. Gott sei Dank landen die konventionellen Stellenanzeigen nur bei deinem Gemüse! 😀
    Von Herzen alles Liebe,
    Bianca

    • Oh, liebe Bianca, danke dir für deine Zeilen, besonders die letzten, die mich gleichzeitig zum Lachen und fast zu ein paar Tränen gebracht haben. Weil sie mich haben spüren lassen, auch durch all die anderen Kommentare von euch Frauen hier zu diesem Blogbeitrag, wie unendlich wertvoll immer wieder dieses Ja zu uns und unserem Weg ist. Wie wertvoll wir zur Inspiration für uns und andere auf dem Weg werden. Wie jede von uns von jeder etwas für sich mitnehmen und auf ihren Weg tragen kann. Und wie wir so einander bereichernd, ermutigen, bestärken und zu gegenseitigem sanften Rückenwind werden auf unserem jeweiligen Weg.

      Von Herzen eine ganz gute Zeit und weiteres Sein auf deinem Weg für dich,
      herzlich,
      Sabrina

  3. Liebe Sabrina!

    Ja, es fühlt sich verdammt abgefahren an, mit den Beinen fest auf der Erde zu stehen und die Wurzeln zu fühlen, die sich immer weiter nach vorne schieben in die Stille und die Tiefe… und gleichzeitig den Kopf hocherhoben haben zum Himmel, das Gesicht der Zukunft zugewandt. Keine Ahnung, wie das eigentlich geht, diese ganzen gleichzeitigen Dinge. Aber scheint zu gehen.

    Ganz liebe Grüße und viel Freude am Werden und Sein,
    Franziska

    • Keine Ahnung, wie das eigentlich geht, diese ganzen gleichzeitigen Dinge. Aber scheint zu gehen.

      Oh, wie schön, danke dir ganz herzlich besonders für diesen letzten Satz, liebe Franziska. So einfach, so klar – so „Ja!“.

      Herzlich,
      Sabrina

  4. Liebe Sabrina,
    das klingt so wunderbar, Du hast eine grosse Gabe, das, was du erlebst, fühlst und beobachtest in Worte zu fassen! 🙂 Und mich als Leserin auf diese Reise mit zu nehmen, mich eintauchen und nachfühlen zu lassen und ich mich in Deinen Worten auch selbst finden zu können. Es geht mir sehr ähnlich – es gibt nur noch das grosse JA zu sich selbst, und voller Vertrauen, einen stimmigen Schritt nach dem anderen zu machen.
    Von Herzen alles Liebe,
    Franziska

  5. Liebe Sabrina,
    danke für deine inspirierenden Zeilen.
    Ja auch ich fühle mich gerade im Fluß der Veränderung.
    Ich habe auch immer gemacht was ich „mußte oder sollte“!
    Ich merke gerade das es so nicht mehr geht. Im Moment lausche ich
    auf meine innere Stimme die mir leise den Weg weist. Ich war immer ein
    Meister im übersehen von z.B. meinen gesundheitlichen Einschränkungen
    (habe MS und kann deshalb schlecht gehen). Aber nach meinem letzten Sturz habe ich erkannt das ich auch selber aufgerufen bin, Veränderungen
    voranzutreiben (z.B. Reduktion meines Gewichts) um meine gesundheitliche Situation zu verbessern. Es ist nicht immer einfach wach zu werden…
    Liebe Grüße
    von Herzen
    Dagmar

    • Liebe Dagmar,
      danke dir für deine Zeilen und für dein Teilen auf dem Weg! So ist es schön, wenn wir uns gegenseitig immer wieder daran erinnern und darin unterstützen, wach zu werden, wach zu bleiben – und erkennen, dass wir zusammen sind und gehen auf diesem neuen Weg.
      Herzlich,
      Sabrina

  6. Liebe Sabrina, du wunderbare Frau und Inspirationsquelle!

    Es ist so schön und berührend, wie alles im Gleichklang schwingt, wie du so wundervoll ausdrückst, was auch für mich gerade so deutlich fühlbar und spürbar ist!

    Ja, das Funktionieren funktioniert nicht mehr. Ich beobachte mich selbst liebevoll und lächelnd dabei, wie immer noch immer wieder der Wunsch auftaucht, mich vielleicht doch noch arrangieren zu können mit dem, was als „normal“ gilt. Manchmal lese ich sogar Stellenanzeigen … nur um dann den Kopf zu schütteln, weil ich genau weiß: No way – ein „normaler“ Arbeitsplatz, das geht einfach nicht mehr 🙂

    Ich danke dir sehr für deine Offenheit, deine Sensibilität und dein feines Spüren!
    Alles Liebe
    Laya

    • Liebe Laya,
      hab von Herzen Dank für dein Teilen – da musste ich lachen, denn beim Gemüse in Zeitungspapier einwickeln fällt mein Blick manchmal auf die dortigen Stellenanzeigen und Stimmen von Menschen kommen mir in den Sinn, die sagen, ich könnte doch auch einen normalen Job machen und so wie du spüre ich (ganz deutlich auch am Zusammenziehen meines Magens): Das ist es nicht mehr. Das ist nicht der Weg.

      Und fühle mich zugleich so deutlich oft schon ganz stark in diesem Neuen – auch, wenn es äußerlich noch nicht recht sichtbar ist. Es kommt mir vor wie ein Duft, zart und intensiv zugleich, den ich wahrnehme, immer stärker wahrnehme und der mich mich erinnern lässt, immer tiefer, an das, was noch alles an mir steckt, was gelebt werden will, was mich in meine Lebendigkeit kommen lässt.

      Da geht es viel um altes, gefühltes Wissen, um Menschen wirklich in der Essenz zu begleiten. Mit Ritualen, Tönen, Schreiben, Worten als Medizin. Eine Begleitung in Übergangszeiten, verbunden mit uns, eingebunden in die Natur und in das Wissen ums große Ganze. Da merke ich, wie meine ganz eigene Handschrift sich noch mehr ihren Bahn brechen will und wie die Zeit reif ist, immer mehr da ist, jeden Tag, immer wieder aufs Neue, Ja zu sagen.

      Ja zu dem, was kommen will. Ja auch dazu, dass ich noch keine Ahnung habe, wie genau es gehen kann. Und ja dazu, dass ich mich entschlossen habe, darein zu vertrauen, mitzugehen, die Türen zu öffnen, die sich mir dabei dabieten – und immer mehr zu der zu werden, die ich schon immer war.

      Von Herzen,
      Sabrina

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