Wir werden geführt

Für mich ist die Frage längst nicht mehr, ob wir geführt werden in unserem Leben. Für mich ist die Frage vielmehr: Wage ich es, dieser Führung zu folgen?

Ich erlebe es in meinem Leben so, dass die Führung meist sehr klar ist.
Natürlich, die Voraussetzung dafür ist, dass ich verbunden bin mit mir. Mir immer wieder Zeit und Raum nehme, nach innen zu lauschen. In die Stille gehe, in den Wald, an den See, in die Ruhe meines Zimmers zuhause. Dass ich mir Zeit mit mir nehme. Mir erlaube, nur mit mir zu sein und zu lauschen.

Dieses Lauschen kann im Stillen geschehen, ebenso schreibend, singend mit der Stille nach dem Verklingen der Töne. Ich kann bewegt lauschen, gehend, vieles ist möglich. Wichtig ist, dass ich es tue.

Bin ich so verbunden mit mir, nehme ich die innere Führung deutlich wahr. Sie, die mir sagt: Jetzt ist das dran. Tu diesen Schritt. Dann jeden. Folge ich ihr, kann ich zusehen, wie sich mein Tag in einem großen Tanz entfaltet, ineinanderfügt, wie eine Begegnung in die andere greift, wie Wunder meinen Tag streifen und Fügungen ihn durchdringen.

Jene Führung entspricht jedoch nicht unbedingt dem,
was ich vom Kopf her vorhatte. Welche Pläne ich hatte.
Was ich verwirklichen wollte.
Wo ich hinwollte – an diesem Tag wie im Leben.
Was ich dachte, was der nächste Schritt ist
und was jetzt ansteht.

Diese mit dem Kopf gefassten Pläne loszulassen, braucht Mut. Ich als Planungs- und Sicherheitsfan kenne das gut. Ich finde meine Pläne super und denke, alles gut durchdacht zu haben. Vor allem aber will ich meine Pläne behalten, weil ich Angst vor dem habe, was das Leben bringt, wenn ich sie loslasse (der Witz ist ja, dass das Leben das eh bringt, der Unterschied ist nur, ob ich strampele und mich dagegen wehre oder mitgehe).

Jenen Moment, in dem ich sage: Ich gebe auf. Liebes Leben, übernimm du. erlebe ich als sehr wertvoll. Kraftvoll und groß. Er bringt mich zurück in den Fluss.

So oft ich mich manchmal immer noch gegen diesen Fluss wehre, so habe ich doch auch gelernt, den Widerstand immer rascher aufzugeben. Mitzufließen. Anzuerkennen, dass das Wissen des Lebens um so vieles größer ist als mein eigenes. Dass es einen Weitblick und eine Fernsicht hat, die ich nicht haben kann. Oft verstehe ich erst im Nachhinein, wofür etwas gut war. Manchmal nie. Dann wieder sofort. Immer weiß ich, dass jene Führung in ein größeres Ganzes eingebettet ist, die der Entwicklung meines Lebens im Gesamten dient.

Ich habe einmal von Mary Oliver gelesen: Someone I loved once gave me a box full of darkness. It took me years to understand that this too, was a gift. Jemand, den ich geliebt habe, hat mir mal eine Kiste voller Dunkelheit gegeben. Ich habe Jahre gebraucht, um zu verstehen, dass auch das ein Geschenk war.

Wie geht es dir?
Erlaubst du dir, der Führung deines Lebens zu folgen?
Hast du schon einmal erlebt,
was sich wandelt, indem du es tust?
Sind Ängste aufgetaucht?
Gab es Wunder und Überraschungen?

Was passiert in dem Moment, in dem du deine Pläne niederlegst und sagst: Liebes Leben, hier bin ich! Was wird dadurch möglich?

Ich wünsche dir eine gute, genährte und vertrauensvoll geführte Zeit
in diesen Herbst, herzlich, Sabrina.

PS. Wenn dir dieser Blogbeitrag gefallen hat, leite ihn gerne an Freundinnen und Freunde weiter, an Menschen, für die er auch wertvoll sein kann. Ich danke dir.

Der Führung in unserem und durch unser Leben zu vertrauen, dazu sind wir in den Schwellenzeiten unseres Lebens immer wieder aufgerufen. Sei herzlich willkommen beim Onlineretreat Herbst 2019 für Frauen „Schwellenzeiten in unserem Leben“. Wir starten am Mittwoch, 02. Oktober 2019. Bis Mittwoch, 18. September 2019 gilt der Frühbucherinnenpreis.

Der eigenen, inneren Stimme wieder trauen und dem Ruf und den Wegen des Lebens lauschen und folgen, darum geht es ebenso in der 1-jährigen Ausbildung „Frauenritualkraft – Verbunden mit dem Zyklischen“. Hier beginnt der nächste Ausbildungszyklus 2019/2020 am Samstag, 02. November 2019. Es gibt noch 7 freie Plätze.

Foto: Sabrina Gundert

 

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4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ihr lieben, lichtvollen Menschen…
    liebe Sabrina

    Deine wärmenden, nährenden Worte finden bei mir jedes mal Resonanz und Deine Themen sind sehr nah am Zahn der Zeit! Ich bin jetzt einer besonders lichtvollen Gruppe begegnet, mit denen ich jetzt täglich im Gedankenaustausch stehe, was sich in einem inneren Gefühl von „nach-Hause-kommen“ zeigt. Mein nächster Schritt offenbart sich jetzt voller Mut und auch in einer gewissen Angst, in meine Selbstständigkeit zu gehen… plötzlich fehlt das Geländer zum Festhalten! Es könnte sein und das wäre grandios, ich erkenne die große Chance, meine Gaben frei entfalten zu können und fliegen zu lernen. In unserem Innern wartet unsere Gabe auf den Moment, in dem wir beginnen sie aus ihrem Versteck zu holen und zu leben.
    Dann verströmt sie im Außen ihren Duft und lässt uns erblühen…
    Ich vertraue Ihr und gebe ihr Kraft, jeden Tag!
    Lichtvolle Grüße an alle wundervollen Wesen in dieser neuen Zeit… von Herzen Jeannette

  2. …oh, liebe Sabrina, Du beschreibst hier, wie ich es auch erlebe und empfinde…..und ich habe mit den Jahren gelernt, daß konkrete Pläne, Vorstellungen, Bilder zu haben wie es sein könnte, mögliche Ausdrucksformen bestimmter Qualitäten sind, die ich leben möchte….und so achte ich immer mehr auf, ob ein Ziel, ein Weg, ein Projekt….mit meiner inneren Ausrichtung übereinstimmt….auch Dank Deiner unzähligen Einladungen, Inspirationen, …Schön, daß wir einander – vorerst noch online – begegnet sind…
    Herzensdank und Segen für Dich und Euch hier auf allen Deinen und Euren Wegen in diesen goldenen Herbst hinein. Mögest Du und möget Ihr immer wieder zu Verbundenheit mit allem geführt weden.
    Alles Liebe,
    Dagmar🌻🍃💛

    • Liebe Dagmar,

      danke dir ganz herzlich für dein Teilen von deinem Weg, für deine guten Wünschen an mich und uns alle.

      Schön, dass wir gemeinsam in diesen beginnenden Herbst gehen,
      herzlich,
      Sabrina

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