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	<title>Schwellenzeiten Archive - Sabrina Gundert</title>
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	<description>Mit dem Herzen führen und leiten</description>
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	<title>Schwellenzeiten Archive - Sabrina Gundert</title>
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		<title>Schwellenzeiten in unserem Leben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sabrina Gundert]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Aug 2024 04:50:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In unserem Leben gibt es immer wieder Zeiten, in denen wir spüren, dass etwas nicht mehr stimmt. Wir nehmen ein Knarzen wahr, eine innere Leere, dieses Gefühl, dass unser Leben irgendwie unrund läuft. Wir spüren: Das Alte trägt nicht mehr und das Neue ist noch nicht da. Es ist ein Gefühl, dass keine von uns [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.sabrinagundert.de/schwellenzeiten-in-unserem-leben/"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-11119 size-full" src="https://www.sabrinagundert.de/wp-content/uploads/2017/08/Schwellenzeit_1.jpg" alt="" width="1165" height="550" srcset="https://www.sabrinagundert.de/wp-content/uploads/2017/08/Schwellenzeit_1.jpg 1165w, https://www.sabrinagundert.de/wp-content/uploads/2017/08/Schwellenzeit_1-768x363.jpg 768w, https://www.sabrinagundert.de/wp-content/uploads/2017/08/Schwellenzeit_1-150x71.jpg 150w" sizes="(max-width: 1165px) 100vw, 1165px" /></a></p>
<h1>In unserem Leben gibt es immer wieder Zeiten, in denen wir spüren, dass etwas nicht mehr stimmt.</h1>
<p>Wir nehmen ein Knarzen wahr, eine innere Leere, dieses Gefühl, dass unser Leben irgendwie unrund läuft. Wir spüren: Das Alte trägt nicht mehr und das Neue ist noch nicht da. <span id="more-12632"></span></p>
<p>Es ist ein Gefühl, dass keine von uns gerne hat. Es fühlt sich so nach „dazwischenhängen“ an, danach, das eigene Leben nicht mehr unter Kontrolle zu haben (was wir in diesem Sinne vielleicht auch nie hatten, nur wird es uns jetzt schmerzlich bewusst). Einstige Pläne funktionieren in solchen Zeiten nicht mehr, was uns jahrelang (vielleicht Jahrzehnte lang) erfüllt hat, tut es nicht mehr.</p>
<p>Vielleicht meinen wir, es hinge mit dem Wetter zusammen, mit der Kollegin, die heute wieder schlecht drauf war, mit dem Partner, der am Morgen so nervig war oder mit uns, die vermeintlich nie zufrieden sein können.</p>
<p>Dabei hat das Phänomen einen Namen: Schwellenzeit. Zwischenzeit. Jene Zeit, in der wir auf der Schwelle stehen. Wo wir wissen, dass die alten Lösungen nichts mehr nützen und wir zugleich keine Ahnung haben, in welche Richtung unser Weg weitergehen will.</p>
<h3><span style="color: #633258;"><strong>Ein inneres Aufbrechen</strong></span></h3>
<p>Diese Zwischenzeiten sind nicht besonders populär in unser Gesellschaft. Denn es scheint klar zu sein, in welche Richtung unser Weg zu gehen hat: immer vorwärts, Richtung Erfolg und nächstem Ziel. Meist fehlt uns das Bewusstsein dafür, dass es so etwas wie Schwellenzeiten überhaupt gibt. Und darüber, welcher Wert in ihnen steckt.</p>
<p>Für mich sind es Zeiten, in denen etwas aufbricht, sich innerlich wandeln und reifen darf, um dann mit neuer Kraft nach außen zu treten. Das ist auch die Krux an den Schwellenzeiten: Sie sind meist nicht äußerlich sichtbar. Niemand außer uns spürt, was in uns vorgeht.</p>
<h3><span style="color: #633258;"><strong>Zeiten der Wandlung</strong></span></h3>
<p>Bei einer Schwangeren, da sehen wir, dass sie sich in solch einer Zeit der Wandlung befindet. Da ist ein Kind in ihr, das heranreift, Form annimmt und schließlich geboren wird. Zugleich wird die Frau durch diese Wandlung, diesen Geburtsprozess, als Mutter geboren. Auch vom Frühling kennen wir diesen Wandlungsprozess, wenn sich in den Pflanzen – für uns oft unsichtbar – alles bereit macht für einen neuen Zyklus, für einen nächsten Lebensabschnitt.</p>
<p>In jenen Zwischenzeiten sind das Ahnen, das Lauschen und nach innen Gehen groß, wohingegen es im Außen meist wenig gibt, was wir aktiv tun können. Vielleicht fällt es uns gerade deshalb auch so schwer, die Schwellenzeiten als solche zu erkennen und anzunehmen. Weil wir gewohnt sind zu tun und jene Zwischenzeiten uns zwangsweise zum Innehalten bringen.</p>
<h3><span style="color: #633258;"><strong>Was will kommen?</strong></span></h3>
<p>Auf meinem eigenen Weg sind sie mir oft begegnet und begegnen mir immer wieder, jene Zwischenzeiten. Da war etwa die Zeit nach der Trennung von meinem Verlobten. Als Hochzeitspläne, bereits rausgesuchte Kleider und Hochzeitsorte plötzlich an Bedeutung verloren hatten. Ebenso wie unsere gemeinsame Wohnung, der damalige Wohnort und unsere Familienpläne. Damals stand ich gefühlt vor dem Nichts und der großen Frage: Was will kommen? Was jetzt? Das Alte, das so fest, so sicher und solide wirkte, gab es nicht mehr, Neues war noch nicht in Sicht.</p>
<p>Damals fühlte ich mich oft unglaublich verloren, bodenlos. Was mir half waren klare Rituale, Zeiten, die ich mir mit mir selbst nahm, Wanderungen, die ich in der Natur unternahm und Bücher wie Menschen, von denen ich mich stärkend begleiten ließ – sowohl privat durch Freundinnen als auch professionell durch Beratungen und <a href="https://www.sabrinagundert.de/ganzheitliches-coaching/">Einzelsitzungen</a>. Es war eine unglaublich herausfordernde Zeit, die mir sehr gezeigt hat, was mich trägt, wenn alles, an was ich bislang geglaubt hatte, zusammenbricht. Wenn kein Stein mehr auf dem anderen steht und alle Pläne über das, was kommen soll, fehlen.</p>
<h3><span style="color: #633258;"><strong>Innehalten und lauschen</strong></span></h3>
<p>Was sie mir jedoch auch gezeigt hat, ist, wie wertvoll es ist, in dieser Zeit auszuharren. Zu lauschen, zu warten, keine vorschnellen Entscheidungen zu treffen. Damals ging es für mich vor allem um die Wohnortfrage. Ich wusste, ich wollte nicht im Norden Deutschlands bleiben, wo wir anderthalb Jahre zuvor hingezogen waren. Hier hatte ich keinen Freundeskreis und es fiel mir unglaublich schwer mit meiner Selbständigkeit Fuß zu fassen. Doch wo sollte ich hin? Ich hatte keinen Anhaltspunkt, irgendwie schien alles möglich und nichts.</p>
<p>Ich suchte nach Mehrgenerationenhäusern und Wohngemeinschaften, da mich beides faszinierte. Doch wo ich auch anrief oder hinschrieb – entweder waren sie voll oder wurden gerade gebaut. Damals schrieb ich auf, wie ich gerne wohnen würde: an einem See, mit Alpensicht, Menschen für einen nährenden Austausch in meiner Nähe, einer Möglichkeit, selbständig tätig zu sein, gutem ÖPNV-Anschluss (da ich ohne Auto unterwegs bin) und Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe. Ich dachte dabei an den Chiemgau und den Chiemsee, wo ich mich zuvor auf einer Reise sehr wohlgefühlt hatte.</p>
<h3><span style="color: #633258;"><strong>Anders als gedacht</strong></span></h3>
<p>Doch wieder: Nichts tat sich, nichts entstand. Bis ich einer Teilnehmerin meiner Onlineseminare nebenbei erzählte, dass ich gerade auf der Wohnungssuche war. Sie sagte: „Du, ich hätte da was am Bodensee. Ein Zimmer in einer Frauen-Hausgemeinschaft mit See- und Alpenblick.“ Das Zimmer wurde genau zu dem Zeitpunkt frei, zu dem ich im Norden meinen Teil der Wohnung bereits gekündigt hatte.</p>
<p>Aber ich konnte doch nicht einfach in den Süden ziehen! Über 1.000 Kilometer weg, an einen Ort, den ich erst einmal online auf der Karte suchen musste, um überhaupt zu wissen, wo er lag. Doch dann fand ich den Zettel wieder, auf dem ich aufgeschrieben hatte, wie ich gerne wohnen würde. Und ich stellte fest, dass die Beschreibung eins zu eins auf das Angebot vom Bodensee zutraf. Nur dass es eben der Boden- statt der Chiemsee war.</p>
<h3><span style="color: #633258;"><strong>Vertrauen in den Fluss des Lebens</strong></span></h3>
<p>So fuhr ich zwei Wochen später in den Süden, schaute mir das Zimmer an und zog sechs Wochen später um. Noch heute staune ich, wie sich damals alles gefügt hat, ob privat, mit meiner Selbständigkeit oder dem neuen Wohnort.</p>
<p>In all dieser Zeit hat mich persönlich ein Herzens- und Kraftlied, das vom Vertrauen in den Fluss des Lebens singt, begleitet, dass ich wieder und wieder gesungen habe. Wann immer es mir schlecht ging, wann immer ich Zweifel hatte, sang ich es. Es wurde zu meinem kraftvollen Begleiter und half mich, zurück ins Vertrauen zu finden und auf der Schwelle stehen zu bleiben, solange nötig.</p>
<h3><span style="color: #633258;"><strong>Nichtwissen zulassen</strong></span></h3>
<p>Im Rückblick sehe ich, wie wertvoll es war, mir diese Zeit zu nehmen. Mir zu erlauben, in diesem Raum des Nichtwissens zu stehen und genau das zuzugeben. Zuzugeben, dass ich keine Ahnung hatte, wie und wo es weitergehen sollte. Zuzugeben, dass ich Angst hatte, das ich neugierig war und manchmal alleine nicht weiterwusste. Mir Schatzkisten mit Büchern, Texten und Postkarten zu packen, die mich bestärkten. Mit Düften, die mich aus Löchern und Gedankenspiralen holten und wieder im Moment ankommen ließen. Mir Unterstützung und Hilfe zu holen, wenn ich merkte, dass mir der Berg vor mir zu groß wurde und ich mir jemanden an meiner Seite wünschte.</p>
<p>Vor allem auch: mich mit Menschen (Freundinnen und Freunden, in Frauenkreisen und vor allem auch professionell durch Coaches, Lebensberater und andere) auszutauschen, die um den Wert jener Schwellenzeiten wussten. Die wussten, dass sie existieren, sie selbst kannten und mir immer wieder den Wert gezeigt haben, den ich in solch einer Wandlungszeit finden kann.</p>
<h3><span style="color: #633258;"><strong>Wertvolle Ernte</strong></span></h3>
<p>Was heute weggefallen ist, ist meine Angst vor der nächsten Schwellenzeit. Weil ich wieder und wieder erfahren haben, was Wertvolles entsteht, gebe ich diesen Zwischenzeiten Raum. Wie sehr ich aus der tiefsten Dunkelheit wieder ins Licht emporsteigen kann, bin ich wirklich bereit, alles gehen zu lassen, was mir und dem Leben nicht länger dient – ja, was das Leben ohnehin in solch einer Schwellenzeit von mir nimmt.</p>
<p>Ebenso habe ich erkannt, dass jene Schwellenzeiten unweigerlich zum Leben dazugehören. Dass sie die Zeiten sind, durch die wir wieder lebendig werden können, haben wir uns festgefahren. Und dass es die Zeiten sind, durch die der größte Wandel in uns überhaupt erst möglich wird – die uns schleifen und mit neuem Glanz weitergehen lassen, wagen wir es, bewusst durch sie hindurchzugehen und ihnen zu begegnen.</p>
<h3><strong><span style="color: #633258;">So kann ich dich durch deine Schwellenzeit begleiten</span><br />
</strong></h3>
<p>Mit Unterstützung durch eine persönliche Schwellenzeit zu gehen, kann so hilfreich sein, weil du vertrauensvoller, gestärkter und mit neuer Perspektive aus ihr herauskommst.</p>
<p>Gerne begleite ich dich durch deine persönliche Schwellenzeit: In der <a href="https://www.sabrinagundert.de/begleitung-in-krisen/">Begleitung in Krisen</a> sind wir für drei Wochen, drei Monate oder sechs Monate zusammen unterwegs. Hier bekommst du wirklich langfristige, intensive Unterstützung durch deine Schwellenzeit hindurch.</p>
<p>Gab es ein konkretes Ereignis, das die Schwellenzeit ausgelöst hat, kann die <a href="https://www.sabrinagundert.de/schwellenzeit/">Begleitung durch deine Schwellenzeit </a>passend sein. Hier erlaubst du dir, dem Wandel in deinem Leben rituell den Platz zu geben, den er braucht.</p>
<p>Gerne berate ich dich auch, welches Angebot jetzt für dich passend ist.</p>
<p>Alles Liebe zu dir,<br />
herzlich, Sabrina.</p>
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		<title>Verbunden mit dem Zyklischen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sabrina Gundert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Feb 2018 14:35:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sie formt lebensgroße Frauen und handschmeichlerkleine Göttinnen. Ist mit den Händen in der Erde ihres Gartens und im Ton in ihrer Keramikwerkstatt ebenso zuhause wie zwischen den Welten. Bei ihr lässt sich die eigene Urne töpfern und das Eingebettetsein ins Zyklische über das Feiern der Jahreskreisfeste erfahren. Bei Regula Kaeser-Bonanomi (51), Keramikerin und spirituelle Handwerkerin, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.sabrinagundert.de/verbunden-mit-dem-zyklischen/"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-11259" src="https://www.sabrinagundert.de/wp-content/uploads/2018/02/regula.jpg" alt="" width="1165" height="550" srcset="https://www.sabrinagundert.de/wp-content/uploads/2018/02/regula.jpg 1165w, https://www.sabrinagundert.de/wp-content/uploads/2018/02/regula-768x363.jpg 768w, https://www.sabrinagundert.de/wp-content/uploads/2018/02/regula-150x71.jpg 150w" sizes="(max-width: 1165px) 100vw, 1165px" /></a></p>
<h1>Sie formt lebensgroße Frauen und handschmeichlerkleine Göttinnen. Ist mit den Händen in der Erde ihres Gartens und im Ton in ihrer Keramikwerkstatt ebenso zuhause wie zwischen den Welten.</h1>
<p>Bei ihr lässt sich die eigene Urne töpfern und das Eingebettetsein ins Zyklische über das Feiern der Jahreskreisfeste erfahren. Bei <a href="https://www.keramikerin.ch/" target="_blank" rel="noopener">Regula Kaeser-Bonanomi</a> (51), Keramikerin und spirituelle Handwerkerin, wie sie von sich selber sagt.<br />
<span id="more-11256"></span></p>
<p>Im Januar 2018, an einem dieser verschneiten Wintertage, habe ich Regula in ihrem gemütlichen alten Haus im schweizerischen Münsingen bei Bern getroffen. Zu einem Besuch in ihrer Werkstatt und einem Gespräch über das Leben mit dem Zyklischen, das Wesen des Tons, ihr Verbundensein mit verschiedenen Welten, ihre Arbeit und den Weg dorthin.</p>
<h3 style="text-align: center;"><span style="color: #633258;">*</span></h3>
<h3><span style="color: #633258;"><strong>Regula, du wirkst in deiner Arbeit und mit deinem Sein sehr eingebunden: zwischen Himmel und Erde, zwischen Leben und Tod – wie ein leichter, spielerischer Tanz. War das schon immer so?</strong></span></h3>
<p>Ich hatte schon immer den Kontakt zu anderen Welten. Ich glaube, das war auch ein Grund, warum ich mich für die Keramikausbildung entschieden habe – weil sie mir die nötige Erdverbindung gegeben hat.</p>
<p>Meine spätere, schamanische Ausbildung wiederum hat mir die Werkzeuge gegeben, die Zugänge, die ich habe, bewusst zu nutzen.</p>
<figure id="attachment_11264" aria-describedby="caption-attachment-11264" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="wp-image-11264" src="https://www.sabrinagundert.de/wp-content/uploads/2018/02/07.jpg" alt="" width="600" height="400" srcset="https://www.sabrinagundert.de/wp-content/uploads/2018/02/07.jpg 800w, https://www.sabrinagundert.de/wp-content/uploads/2018/02/07-768x512.jpg 768w, https://www.sabrinagundert.de/wp-content/uploads/2018/02/07-150x100.jpg 150w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption id="caption-attachment-11264" class="wp-caption-text">Bei Regula in der Keramikwerkstatt</figcaption></figure>
<h3><span style="color: #633258;"><strong>Oft steht am Anfang eines Weges ein Initialpunkt. Etwas, das uns auf den Weg bringt. Gab es so etwas bei dir?</strong></span></h3>
<p>Ja. Als ich 20 Jahre alt und gerade schwanger war, hat eine Freundin von mir Suizid begangen. Das war der Beginn meiner Suche. Es gab nichts, was mich in dieser Zeit getragen hätte. Die Kirche hatte keine Antworten, ich fühlte mich alleine und begann zu forschen.</p>
<p>Heute spüre ich, dass ich eine bin, die den Tod als dazugehörig erlebt. Die weiß, dass Leben und Tod zusammengehören. In diesem Verständnis haben mich besonders auch die Jahreskreisfeste mit Ursula Seghezzi geprägt, die ich zwei Jahre mit ihr auf der Rigi in der Schweiz gefeiert habe und seither alleine oder mit anderen feiere und mit denen ich heute selbst Menschen begleite.</p>
<h3><span style="color: #633258;"><strong>Was können wir als Menschen aus dieser natürlichen Verbindung von Leben und Tod, aus diesem Zyklischen, das sich so sehr durch deine Arbeit webt und ausdrückt, lernen?</strong></span></h3>
<p>Für mich ist der Kreis erst durch Leben und Tod in Verbindung miteinander rund, so wie Einatmen und Ausatmen zusammengehören.</p>
<p>Ich erlebe das sehr in der Arbeit mit dem Ton: aus dem Ton wird ein Wesen geformt, das, wenn es wieder mit Wasser in Berührung kommt, zu Schlamm wird, den ich trocknen lasse bis ich ihn wieder kneten kann, so dass er wieder zu Ton wird, aus dem wieder ein Wesen geformt werden kann und so weiter. Dieses Zyklische mag ich sehr an der Arbeit mit Ton.</p>
<p>Und das Leben bekommt mehr Facetten, erlauben wir uns, alles zu leben – Freude und Schmerz, Leben und Tod.</p>
<figure id="attachment_11262" aria-describedby="caption-attachment-11262" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="wp-image-11262" src="https://www.sabrinagundert.de/wp-content/uploads/2018/02/03.jpg" alt="" width="600" height="400" srcset="https://www.sabrinagundert.de/wp-content/uploads/2018/02/03.jpg 800w, https://www.sabrinagundert.de/wp-content/uploads/2018/02/03-768x512.jpg 768w, https://www.sabrinagundert.de/wp-content/uploads/2018/02/03-150x100.jpg 150w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption id="caption-attachment-11262" class="wp-caption-text">Göttinnen &#8211; bekannte und durch Regula neu entstandene. Geformt aus Ton und gebrannt.</figcaption></figure>
<h3><span style="color: #633258;"><strong>Was fasziniert dich an dieser Arbeit, die Himmel und Erde verbindet – wenn sich das so sagen lässt?</strong></span></h3>
<p>Schon während meiner Keramikausbildung mit 18 Jahren habe ich zarte Federn getöpfert und ich habe sie „Botinnen zwischen Himmel und Erde“ genannt. Für eine Serie aus Tassen und Tellern habe ich Kinder gefragt „Kennst du einen Engel?“ und sie gebeten, ihn zu malen.</p>
<p>Unsichtbares sichtbar zu machen, das war schon immer meins. Qualitäten – wie die alte Mutter Erde – zu Skulpturen zu formen, ihnen durch den Ton einen Ausdruck zu geben, das tue ich häufig in meiner Arbeit. Es ist eine Freude an der Verbundenheit mit den Welten, die meine Arbeit prägt. Es sind Glücksmomente der Verbundenheit.</p>
<figure id="attachment_11261" aria-describedby="caption-attachment-11261" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="wp-image-11261" src="https://www.sabrinagundert.de/wp-content/uploads/2018/02/02.jpg" alt="" width="600" height="400" srcset="https://www.sabrinagundert.de/wp-content/uploads/2018/02/02.jpg 800w, https://www.sabrinagundert.de/wp-content/uploads/2018/02/02-768x512.jpg 768w, https://www.sabrinagundert.de/wp-content/uploads/2018/02/02-150x100.jpg 150w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption id="caption-attachment-11261" class="wp-caption-text">Das Etikett zeigt, bei welchen Seminaren und Jahreskreisfesten der Ton schon mit dabei war.</figcaption></figure>
<h3><span style="color: #633258;"><strong>Was bedeutet dir die Arbeit mit dem Ton?</strong></span></h3>
<p>Der Ton ist Mutter Erde. Die Arbeit mit ihm ist für mich eine Möglichkeit, mich mit meinem Ursprung zu verbinden, einzutauchen in eine tätige Meditation. Er ist ein wunderbares Medium: Brenne ich ihn, bleibt die Form, brenne ich ihn nicht, verwandelt er sich wieder aus der Form zurück zu Ton.</p>
<p>Der für mich wertvollste Ton, mit dem ich arbeite, ist oft schon durch viele Frauenhände – etwa in Seminaren und Ausbildungen – gegangen. Die Regenerationskraft des Tons schätze ich. Er hat etwas Archaisches, Heiliges, Lebendiges an sich, ist ein lebendiges Wesen für mich. Einerseits hat er ein Gedächtnis, andererseits verkörpert er die Verwandlungskraft.<br />
So wie ich glaube, dass das Gehen im Jahreszyklus mich wandelt, traue ich auch dem Ton diese verwandelnde Kraft zu. Und er trägt eine uralte Heilkraft in sich, die uns darin unterstützen kann, etwas in uns heilsam zu verwandeln.</p>
<p>Andere Menschen haben vielleicht eine besondere Beziehung zu Tieren oder Kräutern, für mich ist das der Ton.</p>
<figure id="attachment_11260" aria-describedby="caption-attachment-11260" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="wp-image-11260" src="https://www.sabrinagundert.de/wp-content/uploads/2018/02/05.jpg" alt="" width="600" height="400" srcset="https://www.sabrinagundert.de/wp-content/uploads/2018/02/05.jpg 800w, https://www.sabrinagundert.de/wp-content/uploads/2018/02/05-768x512.jpg 768w, https://www.sabrinagundert.de/wp-content/uploads/2018/02/05-150x100.jpg 150w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption id="caption-attachment-11260" class="wp-caption-text">Beginnt sie etwas Neues oder beendet etwas Altes, räuchert Regula.</figcaption></figure>
<h3><span style="color: #633258;"><strong>Du sprichst von dir selbst als spiritueller Handwerkerin – warum?</strong></span></h3>
<p>Es gibt das Kunsthandwerk, das die Motivation hat, Kunstwerke zu schaffen. Das trifft auf mich nicht zu. Meine Motivation ist die Spiritualität, das Sichtbarmachen des Unsichtbaren. Und ich erschaffe meine Werke von Hand, so bin ich Hand-werkerin.</p>
<h3><span style="color: #633258;"><strong>Was hat sich für dich dadurch verändert, dass du begonnen hast, deinen eigenen Weg zu gehen?</strong></span></h3>
<p>Ich war schon immer irgendwie neben dem Mainstream, hatte schon in der Schule das Gefühl, nirgendwo recht dazuzugehören. Durch meine Arbeit mit dem Ton und mein Verbundensein mit dem Zyklischen, habe ich heute das Gefühl, dazuzugehören. Nicht zum Mainstream, aber zu einem großen Ganzen.</p>
<p>Mich macht es glücklich, an diesem, meinem ureigenen Platz – der nicht gesellschaftlich vorgeschrieben ist und den niemand außer mir gewählt hat – zu wirken. Die sichtbare und die unsichtbare Welt zu verbinden, damit auch anderen Wesen die Möglichkeit zu geben, sich durch mich auszudrücken.</p>
<p>Auch: In dem Rahmen, den ich mit meinen Seminaren und Angeboten biete, Frauen zu unterstützen, sich wieder zu finden. Dadurch, dass ich mich inzwischen allen meinen Teilen und Talenten zugewandt habe, kann ich auch andere Menschen ermutigen, ihre zu finden.</p>
<p>Ich finde: Es lohnt sich, das Ureigene zu suchen und zu manifestieren. Denn von hier aus kann ich agieren und die Welt mitgestalten, mehr als wie wenn ich an einem Platz bin, der mir nicht entspricht. Das ist nicht egoistisch für mich, sondern vielmehr ein Schritt dahin zu kommen, allen Welten wirklich zu dienen.</p>
<figure id="attachment_11263" aria-describedby="caption-attachment-11263" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="wp-image-11263" src="https://www.sabrinagundert.de/wp-content/uploads/2018/02/04.jpg" alt="" width="600" height="400" srcset="https://www.sabrinagundert.de/wp-content/uploads/2018/02/04.jpg 800w, https://www.sabrinagundert.de/wp-content/uploads/2018/02/04-768x512.jpg 768w, https://www.sabrinagundert.de/wp-content/uploads/2018/02/04-150x100.jpg 150w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption id="caption-attachment-11263" class="wp-caption-text">&#8222;gamla moder jord&#8220; &#8211; die alte Mutter Erde fraugroß</figcaption></figure>
<h3><span style="color: #633258;"><strong>Wenn du Frauen, die vielleicht gerade auf der Suche nach sich und ihrem Weg sind, etwas mit auf dem Weg geben würdest, was wäre das?</strong></span></h3>
<p>Einen Klumpen Ton. Vielleicht können sie darüber ihren eigenen Zyklus erfahren und einen Teil ihres Weges finden. Oder vielleicht können sie damit – wie manchmal auch ich – ihr ureigenes inneres Bild hervorbringen und darüber staunen.</p>
<h3><span style="color: #633258;"><strong>Danke dir, liebe Regula, ganz herzlich für deine Zeit und unser Gespräch!<br />
</strong></span></h3>
<p>Herzlich für heute,<br />
Sabrina.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sabrinagundert.de/blog/2018/02/08/verbunden-mit-dem-zyklischen/">Verbunden mit dem Zyklischen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sabrinagundert.de">Sabrina Gundert</a>.</p>
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