Wie entstehen eigentlich die Seelenbotschaften?

Die Seelenbotschaften sind mir ein echtes Herzensanliegen.

Weil sie so intensiv mit der Stille verbunden sind. Weil sie selbst aus jener großen, namenlosen Stille entstehen, in der alles enthalten ist, mit der alles verbunden ist – und aus der alles beginnt und in die alles zurückkehrt.

Dabei habe ich mich lange nicht getraut, die Seelenbotschaften wirklich Seelenbotschaften zu nennen. Da war die Angst davor, zu mir zu stehen. Zu dem, was ich in den Texten fühle, welche Kraft sie für mich tragen.

Da war ebenso die Angst, als zu esoterisch abgestempelt zu werden, wenn ich das Wort Seele verwende. Da war die Angst (und ist sie heute, in anderen Bereichen, immer wieder noch), mein altes Wissen, meine Heilkräfte wieder zurück zu mir zu nehmen, sie anzunehmen.

Dabei meine ich das ganz bodenständig.

Denn ich glaube, jede und jeder von uns
hat ihre und seine ganz eigenen Heilkräfte.
Eine heilt vielleicht mit Worten, eine andere mit den Händen,
wieder einer, indem er kocht – mit Liebe, achtsam, bewusst –
und wieder jemand mit den Bildern, die er erschafft.

Ich glaube, wir alle tragen unsere eigene Medizin in uns – mit der wir uns und die Welt heilen können. Das hat für mich viel auch mit meinem authentischen Ausdruck zu tun. Damit, ob ich mich auf den Weg mache, nach innen, diese Medizin zu finden und zu bergen.

Für mich sind es die Worte, die meine Medizin sind. Geschrieben in Büchern, Artikeln, den Tagesinspirationen, im Blog, auf Webseiten, in Seminaren – und bei der Seelenbotschaft.

Immer wieder fragen mich Menschen, wie die Seelenbotschaften entstehen. Einerseits kann ich da sagen: Ich gehe in die Stille, spüre bewusst mein Verbundensein mit mir und der Person, für die die Seelenbotschaft entstehen soll, spüre ebenso mein Verbundensein zwischen Himmel und Erde und bekräftige beides nochmals bewusst. Dann bitte ich um die Botschaft, die jetzt für diese Person am wichtigsten für ihren weiteren Weg ist.

Dabei nehme ich manchmal ein Anliegen mit rein, dann wieder lasse ich die Seelenbotschaft sich einfach schreiben – ohne konkretes Anliegen und oft ohne etwas über die andere Person zu wissen.

Auf der Ebene, auf der ich mir darüber bewusst bin, dass alles miteinander verbunden ist, dass wir alle, jederzeit, miteinander verbunden sind und dieses Verbundensein auch bewusst für die Kommunikation untereinander nutzen können, ist dieses Entstehen ganz logisch. Das ist das eine.

Andererseits ist und bleibt es für mich ein großes Mysterium.
Es ist ein Akt des Schöpfens, in dem etwas
aus der tiefsten Stille heraus entsteht.
In dem Moment, in dem ich um die Botschaft gebeten habe,
halte ich den Stift in der Hand und warte auf den Punkt,
an dem es zu schreiben beginnt.

Dabei fühlt es sich an wie ein inneres Zurücktreten: Ich lasse sich schreiben, durch mich, was geschrieben werden will, ohne zu wissen, wie der aktuelle Satz endet und ohne selbst etwas hinzuzufügen.

Wir kennen dieses Es vom Tanzen, vom Singen, von vielen kreativen Ausdrucksweisen, in denen es immer wieder Momente gibt, in denen wir das Gefühl haben, etwas wirkt durch uns, in den Momenten, in denen wir als Person ein Stück weit zurücktreten und spüren, dass wir eingebunden sind.

Manche werden es Gott nennen, das Göttliche, die Quelle, das Mysterium, das All-Eine, das große Ganze. Für mich sind die Begriffe vielfältig und was letztendlich bleibt ist immer die Essenz.

Die Essenz,
auf die alle großen spirituellen Wege und Religionen hinweisen.
Die Essenz, der ich in der Stille begegnen kann,
von der ich dort einen Geschmack bekommen kann.

So werden die Seelenbotschaften zu sanften, klaren Wegweisern. In ihnen stehen keine Sätze wie: Als nächstes solltest du nach Bochum ziehen und dich dort als Beraterin selbständig machen. Das mag etwas sein, das im Coaching als Weg entsteht, wo es um Klarheit und konkrete nächste Schritte geht.

Die Seelenbotschaft empfinde ich eher wie eine nährende Freundin, einen Weggefährten, der neben mir steht und mich fortwährend, liebevoll, an das erinnert und in dem unterstützt, was jetzt für mich ansteht und wichtig ist.

Vor zwei Jahren habe ich mir selbst einmal ein Seelenlied schreiben lassen. Meine erste Reaktion, als ich es bekommen habe, war: Mmh. Ich war irgendwie enttäuscht, hatte mehr erwartet. Immer wieder hörte ich mir das Lied an, fand keinen rechten Zugang dazu. Doch ich ging damit. Mit den Wochen und Monaten begannen sich immer neue Botschaften aus dem Seelenlied herauszuschälen. Mit der Zeit verstand ich.

Und noch heute, wenn ich es wieder höre,
höre und verstehe ich immer Neues im gleichen Text.
Je nachdem, was gerade ansteht auf meinem Weg.
Dabei begleitet es mich, hilft mir,
mich zu entfalten, wieder anzuschließen,
an mich und das, was wirklich wesentlich für mich ist.

Auch bei den Menschen, für die ich bislang Seelenbotschaften geschrieben habe, erlebe ich Ähnliches immer wieder: Manche haben vom ersten Moment an eine innige Verbindung zu ihrer Seelenbotschaft, zu den Bildern und Botschaften, die aus ihr sprechen. Oft tragen sie immer mit sich, lesen sie wieder und wieder, und finden durch ihr Seelenbotschaft in kürzester Zeit eine Anbindung an ihrer innere Kraft und Mitte – und Klarheit über die Richtung, in die sie weitergehen wollen.

Andere wiederum gehen erst einige Zeit mit der Seelenbotschaft, ehe sie ihnen mehr und mehr entblättert, was an Wertvollem in ihr enthalten ist. Dann ist die Wirkung, wenn der Verstand zur Ruhe gekommen ist, in seiner Skepsis und seinem Wollen (wie auch damals bei mir und dem Seelenlied), oftmals nochmals besonders intensiv.

Zwei gleiche Seelenbotschaften – das gab es übrigens noch nie. Jede Seelenbotschaft entsteht aus dem Moment heraus, ist einzigartig verbunden, mit dem Menschen, für den sie geschaffen ist, trägt ihre jeweils eigene Energie.

Und so ist es auch für mich immer wieder ein großes Staunen, mich diesem Entstehenlassen hinzugeben, diesem Prozess Raum zu geben – für eine weitere Seelenbotschaft, die einen Menschen zu begleiten, leiten und zu unterstützen vermag auf seinem Weg.

Herzlich,
Sabrina.

PS. Mehr zu den Seelenbotschaften findest du auch hier.

 

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10 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Du schreibst mir aus der Seele…
    Nach 27 Jahren rational-erfolgreich in einem ‘normalen’ Beruf unterwegs, bin ich mittlerweile (seit 1 Jahrzehnt selbständig) bestens mit meinem Seelenplan vertraut und alles wirkt hieraus … gerade das Schreiben… ES schreibt, ja genauso empfinde ich auch. Schön, von Weggefährten zu erfahren…zu lesen!

  2. Liebe Sabrina,

    als ich am Freitagabend deinen Newsletter las, bekam ich eine Gänsehaut. Deine Worte, deine Schilderung ging mir sprichwörtlich “unter die Haut”. Es ist so, wie du es so liebevoll und authentisch beschreibst. Ich erlebe es auch beim mir: Sobald ich mich in der Stille verbinde, spüre ich die Verbundenheit mit ALL-em, die immer da ist, wenn wir uns mit ihr verbinden. Wenn wir zu unserer inneren Quelle finden, dann sprudelt ungeahntes. Ich erlebe es wie du beim intuitiven Schreiben, beim Tanzen, in der Natur, beim Malen…! Wenn wir uns an diese Quelle anschließen, werden wir genährt. Unsere Seele freut sich und schenkt uns DIE Botschaften, die wir brauchen.

    Ich finde es so wunderbar, dass du dich traust, deine Erfahrung mit uns zu teilen und dadurch IN UNS etwas zum Fließen bringst, was wir zutiefst IN UNS haben.
    Hab von Herzen DANK dafür!

    Weiterhin Alles LIEBE für DICH und DEIN WIRKEN!
    Herzlichst
    Sabine

  3. Liebe Sabrina,
    vielen Dank fürs Teilhabenlassen an den kostbaren Prozessen in deinem Inneren. Ich erlebe dich in deinen Texten als spirituelle und authentische Person. Wie schön, dass du immer wieder den Mut aufbringst deine Verletzlichkeit zu zeigen. Damit ermutigst du auch andere Menschen dasselbe zu tun. Und sind wir nicht genau dadurch miteinander verbunden, dass wir verletzliche Wesen sind?
    Ich lese dein Blog immer wieder gerne und finde gar nichts esoterisch daran, denn weder behauptest du ein elitäres Sonderwissen zu haben, noch zockst du Menschen mit dubiosen Angeboten an.
    Danke dafür, dass du mit deinen Gedanken mein Leben und gewiss auch das von vielen anderen bereicherst.
    Herzliche Grüße
    Annette

    • Sabrina Gundert

      Liebe Annette,

      ja, uns in diesem Menschsein miteinander zu erfahren, in der Verletzlichkeit wie in der Stärke, ja, das ist es auch für mich, was mich immer wieder unser miteinander Verbundensein spüren lässt. Danke dir für deine Worte!

      Herzlich,
      Sabrina

  4. Liebe Sabrina,

    hab Dank für Dein so offenes, wahres Schreiben. Diese Angst, „zu esoterisch“ zu sein, kenne ich auch. Nachdem ich vor einigen Monaten einen großen Umbruch erlebt habe, wehte mir plötzlich kräftiger Wind entgegen im Sinne von „alle Esoterik ist gefährlich, also bist Du es auch“, verbunden mit einigen unschönen Aktionen. Diese Zeit war schmerzhaft und auch beängstigend für mich, und ich habe mich und das, was ich mir kurz zuvor aufgebaut hatte, erst einmal komplett zurückgezogen. Doch mit der Zeit bin ich daran gewachsen. Habe mich – auch dank der Unterstützung lieber Freunde – wieder getraut, mich zu zeigen, wieder in meine Kraft zu gehen, wieder mein Licht leuchten zu lassen. Und zwar heller als zuvor. Diese Situation hat mich stark gemacht, hat mir geholfen, noch klarer zu mir und zu dem, was und wer ich bin, zu stehen. Noch mehr in mir selbst zuhause zu sein, unabhängig von Meinungen anderer, und darauf zu vertrauen, dass mein offenes Teilen die richtigen Menschen erreichen wird.
    Das, was Du in so wunderbaren Worten beschreibst, kenne ich auch gut, vom Tönen, Besingen, Komponieren… Dieses Geschehen lassen, sich zur Verfügung stellen, sich selbst überraschen lassen, wohin es führt. Oftmals geschieht es so leicht und natürlich, dass es keine “Hexerei” sein kann, und gleichzeitig ist es so überwältigend schön und groß, dass es mit unserem kleinen menschlichen Verstand einfach nicht zu erfassen ist…..

    Alles Liebe,
    Alea

    • Sabrina Gundert

      Liebe Alea,

      einen Herzensdank an dich, für dein so persönliches Teilen, für deine Worte, dein Erleben, auch das Schmerzhafte, denn besonders uns darin zu zeigen, einander zu sehen und auch das zuzulassen, zu halten, dem Raum zu geben, erlebe ich immer wieder als unendlich wertvoll. Und zu sehen, welche Kraft genau daraus oft erwächst.

      Herzlich,
      Sabrina

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