
Heute lade ich dich ein, die vergangenen 26 Tage Revue passieren zu lassen und langsam hineinzugehen in die Zeit zwischen den Jahren. Es ist eine besondere Zeit, die es so kalendarisch nicht gibt. Am 31. Dezember endet das bisherige Jahr, am 01. Januar beginnt das neue. Und doch sprechen wir von der Zeit zwischen den Jahren.
Sie meint meist die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr oder Heilige Dreikönige am 06. Januar. Es ist die Zeit der Rauhnächte, des Lauschens, der Innenschau.
Ich lade dich ein, in dieser Zeit wirklich ruhig zu werden und zu lauschen auf die Stille. Sie, die alles gebärt, was es braucht und die alles zu sich zurücknimmt, wenn es vergangen ist. Sie, aus der alles Neue entsteht, zum richtigen Zeitpunkt, dann, wenn es reif ist.
Suche dir heute einen Ort, an dem du verweilen kannst. Draußen oder drinnen, über kurz oder über lang. Es kann auch im Gehen sein, schön ist aber, wenn du für einen Moment oder einige Minuten innehältst.
Was berührt dich in der Stille in dir? Was entdeckst du heute? Was darf sein, wenn nichts mehr sein muss?
Es geht darum, wie der Schnee sanft zu fallen, dich überschneien zu lassen, wie es in einem Gedicht der Schweizer Autorin Eveline Hasler so passend heißt.
Was zeigt sich, wenn alles still wird? Was trägt weiter, wenn nichts mehr ist?
Lausche, und lass dich von der Stille verzaubern, umhüllen, sein.
Ein Buch zum Thema ist „Brachzeit“ von Bruno Dörig und Vreni Dörig-Hug. Du findest es online gebraucht zum Kaufen. Es stellt die Frage, wie es eigentlich ist, im Winter wirklich still zu sein, mit der Natur zu gehen und wirklich zur Ruhe zu kommen.
Das passende Gedicht von Eveline Hasler findest du hier für dich:
Brachzeit
Vom Winter lernen
der Stille zu vertrauen
der Sprengkraft des Unsichtbaren
und dem Sammeln in den Kammern
während der Brachzeit
Vom Winter wieder lernen
sich überschneien zu lassen
ohne Furcht
Eveline Hasler
